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Schlagwort-Archive: Insomnia

Heilung

Hoffnung sucht das Tageslicht. Ihre Früchte tragen Gewissheit heran, Gelassenheit. Ich atme und fühle in tieferen Regionen. Dunkler, warmer Samt wärmt meine Nervenbahnen, Zwänge gefrieren zu Tiefschlaf. Zusammenhänge kehren zurück in mein Bewusstsein, die Spürbarkeit des großen Ganzen.
Mir ist, als wäre ich angekommen. In einem Moment der Endlosigkeit mein Leben, still und kraftvoll in einer Fuge der Zeit. Strang für Strang ballen sich, nichts ist Zufall – nichts.
Musik rollt meine Gehörgange herab, verbindet mich, stellt meine Haare auf, bringt mich näher. Zeit verliert Bedeutung.

Zwischenzeitliche Reibungen, Zweifel, Ängste räumen das Feld. Ich kann wieder schreiben, wieder sehen. Wieder einmal durchstöbere ich diesen geliebten Wald, mein Rotweinkater vom Vortag verschwindet in all dieser Luft, diesem Leben, dieser Vielfalt im Licht.
Jene Bank rückt näher, ich setz mich nieder, lese Deine Nachricht. Gutes Timing ist nur ein Bestandteil dieser anderen, tieferen Wahrheit zwischen uns, diesem stillschweigenden Verständnis für die ewige Schönheit da draußen. Wie auch dieses feinstoffliche Vibrieren in schier jedem Zellkern. Read the rest of this entry »

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Verfasst von - Januar 20, 2016 in Literatur, Prosa + Lyrik

 

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Rausch

Ein großes Fenster trennt das warme Quartier eines Freundes von der regennassen Nachtwelt. Die kühle Scheibe riecht nach Rauch, Fettnasen zieren sie. Irgendeine seiner verflossenen Schönheiten ließ eine Kusslippe zurück.
Mein Freund schläft in schwarzer Suche, zugedröhnt von Southern Comfort, Selbstverlust und zwei, drei Joints. Etwas unruhig ist sein Suff, ich seh seinen mageren Körper im Spiegelbild der Außenwelt.
Stundenlang haben wir geredet, geraucht, getrunken. Uns den Kopf zerbrochen, weshalb diese endlose Schlange Frauen in seinem Leben immer nur Gastspiele spielen, warum die Schönheit des Lebens nie passt, nie bleibt und hält.
Er ist ein Genießer, ein waches, unbeschwertes Alphatier. Immer freundlich, voll von Energie und guter Laune, vielleicht auch der Typ fürs schönere Geschlecht. Nur eben nicht haltbar, komprimierbar, dauerhaft.

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Verfasst von - November 19, 2015 in Literatur, Prosa + Lyrik

 

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Wonderful Nihil

Sich ankündigende Momente, die sich verwurzeln und das Tageslicht erblicken. Eine reine, das Licht reflektierende Seele. Zeitbeschleunigung. Ein ebenso schnelles Erblühen wie Verschließen. Ich verschwinde im Licht, in den Strukturen, lande sanft, öffne meine inneren Räume, verpflichtet, sie zu erweitern und zu erforschen. Sie sind es, die mich mit allem verbinden, in Bewegung halten, mich weitergehen lassen statt noch ein einziges Mal zur Schlinge zu greifen.

So fliegen die Tage und Wochen durch mich hindurch, es wird November, wird kalt, die Natur nahezu vollständig eingeschlafen. Wolken ziehen tief durchs Tal, keine 100 Meter über meiner Höhenlage als Schnee hinterbleibend. In ihrem Flug unweigerlich ein Abbild meines konpyramidal geöffneten Geistes ergebend, der mit jenen Sirenengesängen tiefster Verlockung, jener medusenhaften Energie, jener freien Wachheit des dritten Auges unzählige Informationen aus der Materie einatmet, die nichts bedeuten, sich dennoch permanent für kurze Augenblicke materialisieren, Ganzheit entfalten, in mir Sporen hinterlassen, wieder verschwinden, mir das Gefühl geben, Knotenpunkt, Trägermedium zu sein.

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Melancholie

Melancholie

„An ausgefransten Leichtwolken herab zärtelt zerfaserndes Sonnenlicht über Mutter Erde´s wunde Haut. Kühl atmet die Nacht heran, der Stadtpuls gerät ins Rasen, Rastern, Rasten.
Lichter verlöschen und Geister, mancheiner verliert den Boden unter den Füßen, strudelt herum im Gemäuer stumpf gierender Fragen um Haben und Sein.
Ein Mann liegt am Gestein, versiffte Kleidung, speckiger Kragen, filziger Bart, glasiger Blick ins Nichts. Ich rede ihn an, verliere meinen Standpunkt, höre ihn murmeln von Wanderheiligen, Unberührbaren, Kleingeld für einen Schuß Schnaps.
Ich ziehe ihn hoch, greife ihn unter, kehre ein mit ihm in eine dieser Spelunken, welche selbst Schaben meiden. Wir trinken Schnaps, brennen muß der Rachen, zu betäuben Narbengut und Einsamkeit. Intellekt wie Rinnstein schmutzig, verborgen unter tiefem Fall und schwerer Sucht. Und doch so offen hier, so ignorant gegen jede störrische Regel, jede Mauer, jede Stufe gesellschaftlichen Schockfrosts.

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Buchauszüge online

Unter dem Menüpunkt „Werkschau | Bestellen“ sind ab sofort die Auszüge sowie Bestelllinks meiner bisherigen Buchveröffentlichungen hinterlegt. Auf Wunsch verschicke ich die noch bei mir erhältliche Anthologie „Kinderherz – Familien zwischen Ausgrenzung und Aufbruch“ gern mit persönlicher Widmung. Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

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Vertonte Texte online

Wer mag, findet fortan eine kleine Auswahl vertonter Texte aus „Insomnia“ und „Heavens Food“ unter dem neuen Menüpunkt „Werkschau | Bestellen„. Eingelesen von Susann-Isabell Bendt. Grundidee war und ist die Einbettung in musikalische Klangwelten. Und wie bei so vielem gilt auch hier: was lange währt, wird gut. Viel Spaß beim Reinhören.

 

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Heavens Food

„Stell Dir vor, Du bist der Meeresboden. Dunkel, voller wunderschöner Lebewesen, seltsamer Pflanzen, irrealer Lichter. Herumirrende Fetzen verlorener Sagen sinken zu Boden. Erinnerungen, Emotionen, Träume betten sich zur Ruhe.
Jedesmal, wenn Du Dich öffnest, richtet sich ein heller Strahl hinab, der alles aufwühlt, alles zum Tanzen bringt, allem in einem machtlosen Rausch gegenübersteht.

Stell Dir vor, Dein Leben war jahrelang ein Trip auf den höchsten aller Berge. Ohne Ausrüstung, Erfahrung, allein. Du hast diesen Deinen ureigenen Berg erklommen und irgendwann vergessen, Dich abzusichern, zu fixieren, zu Deinem Schutz dem Fels eine Wunde zu schlagen. Irgendwann im Höhenrausch bist Du gestolpert, gestürzt, aufgeprallt, weitergewankt, tiefer gefallen.

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