RSS

Schlagwort-Archive: Eigene Texte

Tageschwer

Schwer lasten die Tage ohne jedes Wiedersehen. Lang nach all der Leichtigkeit, dem Tanz unserer Verbindungsebenen bricht immer wieder lärmendes Sehnen durch. Es lebt sich, ohne dass es noch eine Antwort gäbe… Keiner von uns beiden konnte diese Dynamik, diese Dichte, diese vielfältige Dualität, diesen Abgrund flüssiger Sonne erahnen – all dieser Dinge, die sich aus nur einer weich fließenden, stimmigen Begegnung heraus Kraft bahnten und mit einem Wiedersehen nach Endlosigkeit zu lechzen begannen. Alles verspann sich zu gierigem Licht: Duft, Fluss, Tiefe, Sucht, Lachen, Weinen, schmerzfestes Halten, Treibenlassen, Fluchtpläne ins Anderland, kosmischer Irrwitz, all die blanken Bisse und Sprünge aus den Wolken tief in ein Utopia rein… draußen hinterm Schmerz, der übergroßer Liebe folgt…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

Advertisements
 
 

Schlagwörter:

Vom Gehen

Wir verstehen was vom Gehen. Fühlen die Dinge drumherum, aber den Kern? Verstehen wir nicht. Laufen runter ans Meer, jungen-/mädchenhaft herzergreifend, dieses uns nahgewachsene Binnengewässer, klein und ahnend flüsternd still, mit uns zu verschwimmen. Träumen von Verlusttänzen, kultivieren (und zensieren) unsere Tränen, die sie beglotzt werden könnten von Fremden, die uns mit jedem Schluchzen fremder werden.

Wir spüren was vom Lieben und Schmerz, wachliegend nachts vom (vielleicht) Zuviel darum, ersaufen darin und im Leben, dem allzu vielen, verlieren uns in Liebe und Tiefensucht, sind zu unerfahren miteinander, dem allen einen Schutz zu geben, dem allen eine Heimat zu geben, dem allen einen ernstgemeinten, tiefgrundierten Kuss zu geben. Ziehen weiter, wenn´s allzu brenzlig wird, wir flüchtenden Liebeshasser, wir…

Zu sehr Gestern, zu sehr Wunde und Spiegel, zu sehr hochschwingend und tieftauchend, als dass wir noch sehen könnten, was ein Ich, ein Du, ein brennend „Wir“, ein Gestern und Morgen, – ein Innehalten -, sein könnte vor all dem unterdrückten Flügelrauschen.

Klar ziehen wir weiter (als dass Worte von gestern heute noch Mut hätten), klar schützen wir uns selbst zuerst, klar verhaken sich unsere Widderhörner, als dass wir ausdauernd lieben könnten, was wir lieben – weg von uns selbst, den mauernd Ewighochverletzten, hin zum Drüben da, hin zum Nacktgeschälten, Zurückgelass´nen…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

 
2 Kommentare

Verfasst von - November 6, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

Illusionär

Wie er sich entfaltet, der feine rote Schmerz, still wie eine Nachtblüte der Dunkelheit entgegenleckt, mich Lochfraß lehrt und schleppend schwere Schritte durch schweißgetränkten Traumfilz schiebt. Fuß um Fuß im steten Rhythmuswechsel, stolpernd, rennend, schleichend, stockend…

Im Tanz mit meinen Gedanken, diesen liebeswunden Fluchtreflexen, als die sie sich nie zu erkennen geben. Die mir vormachen wollen, ich sei stolz (vielleicht bin ich das auch?), die mir klarmachen, ich sei stark (vielleicht bin ich das auch?), die mir einflüstern, ich bin es wert, innezuhalten und habe nicht nur das Recht, sondern die verdammte Pflicht der wieder und wieder Rückbesinnung, Heimkehr, Innenrast, diesem Spiegelspiel des Selbst, um Schutz zu erfahren.

Als Vorhut flutender Manie, einem rasanten Tempowechsel der Emotionen, die unser Profil nachzeichnen, ohne Unterlass rückfühlen, was wir waren, sind und seh(n)en werden… immer wieder Bilder und Worte aufrufend, Gerüche, Gefühlsfetzenteppiche… immer wieder nach Erklärungen des Selbstschutzes suchend, der Vermeidung des Selbstverlusts, der schmerzfreiesten aller Grenzziehungen nachspürend, ebenso erfolglos wie ungläubig nach Schuldgefühlen suchend…

Erdrutschgleiche Tage, halb hilflos terminstabilisiert Angst vorm inneren Blutriss in meinem kindgeblieb´nen Bauch beiseite lebend, drüberwegstrauchelnd Stolz vors stumpfe Verdrängen schiebend, irgendwie Flugversuche wiederbelebend, die sich weit im Gesternsand verloren glauben ließen…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

 
2 Kommentare

Verfasst von - August 21, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

Resonanzen

Durchtauchen von Tagen, kaum fähig abzusortieren, System zu finden für übersatten Irrsinn an Impressionen, Illusionen. Tauchgang im Fantasmus, Bilderzorn im Prasselmodus. Gieriges Vernachlässigen, überreizte Resonanz auf sanftsatte Feinheiten. Weiterflug, höher, tiefer, unzähmbarer auf farbfettem Weg. Tief, unfertig, an Lebenszorn gemästet.

Sprödes Gedümpel an überreiztem Funkenflug. Ziele, Herausforderungen an endlosem Gähnen, bedrängender Ziellosigkeit wirrer wilder Tagehaufen. Blutrote Verletzlichkeit an frostiger Gleichgültigkeit. Ekstase an Depression. Immer und immer wieder nach Luft schnappend. Unahnbar an Weiten, Mengen, Wahn und Berührung reibend, herabregnend aus Flut, Spannung, Alltagskosmos.

Während ich noch den Ton suche, noch und immer wieder feinjustiere, spüre ich den Zwang innerer Verortung inmitten all dieser Dinge, Rasereien, Bilder, Fantastereien… Im gefühlten Tieftauchüberdruck rastend, im Zank und Liebestanz mit Ideen, Begierden, Impulsen, vieldimensionalen Waghalsigkeiten…

Mangel an Endantworten auf Lebenshungerfragen, Bremsversagen auf herzoffnes Tasten und Drängen, mehr zu erfahren, mehr zu ergieren, mehr zu verstehen und zu verblöden, fernen Tages nur noch Rausch aus wilden Botenstoffen…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

 
4 Kommentare

Verfasst von - Juni 29, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

„Outscapes“-Magazin #4: in Kürze druckfrisch erhältlich

Mit dem in Kürze erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Vierteljahresmagazin für Alternativkultur „Outscapes“ #4 nähern wir uns dem Zrikelschluss des Jahresrades. Einmal mehr um vier Seiten gewachsen, konnten wir für die 4. Ausgabe den Forensiker Mark Benecke für ein langes Interview zu(m Zustand de)r Kunst der schwarzen Szene gewinnen, aber auch Eddie vom Jenaer („Wir sind kein Punk-)Label(!“) „Majorlabel“, Romina Nikolić zur wahrhaft hochästhetischen Anthologie „Radiance“ zur Serie „Hannibal“, Autorin Kathy Kahner zum Dadaismus ihrer Texte sowie den Dresdener Allroundkünstler Schmuddl zum Fraß der Gentrifizierung am Beispiel der Dresdener Neustadt befragen. Einmal mehr ein spannendes Magazin, welches neben genannten Protagonisten selbstverständlich auch in Sachen Kolumne, Rezension, Lyrik und Kulturkritik nicht zu kurz kommt.

Abonnieren lohnt sich (nicht zuletzt wegen der Verlosung eines aktuellen, handsignierten Mark Benecke-Buches) 🙂 – Empfehlung!

 

Schlagwörter: , , , ,

Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen auf „Heavens Food“ – dem Resonanzfeld zu meiner Tätigkeit im alternativen Kulturnetzwerk „Outbird“ – als Verleger, Netzwerker, kulturschaffender Kollaborateur -, aber auch zu Prosa und Lyrik aus meiner und fremder Feder, Kolumnen, Kunst abseits von Profit und Mainstream, ganzheitlichen Betrachtungen und Gedanken zum tieferem Verständnis der Dinge.

Sie finden hier Infos zu mir sowie meinen Veröffentlichungen. Und außerordentlich gern empfehle ich Ihnen nicht nur mit Verweis auf die rechte Spalte dieses Blogs obengenannte(n) Agentur, Verlag + Shop für alternative (Genuss)Kultur „Outbird“, den kleinen Herzblutverlag „Edition Outbird„, das in ebendiesem erscheinende Vierteljahresmagazin für alternative Kultur „Outscapes“ und natürlich den Onlinestore hinter diesen Unternehmungen und Herzblutprojekten.

Und warum eigentlich „Heavens Food“? Vielleicht, weil ich vor Jahren mein persönliches Lieblingsgedicht danach benannte und noch immer empfinde, dass es in weiten Teilen das menschliche (Gefühls)Leben beschreibt. Aber hören Sie doch selbst.

Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu können, wünsche Freude beim Lesen, Diskutieren und sehr gern beim Weiterempfehlen – eben auf Ihre Resonanz. Herzlich willkommen!
__

Bildnachweis: Jörg Steinhof / Coverentwurf für „Fieberherz“ von Tristan Rosenkranz & Tomas Jungbluth

 
10 Kommentare

Verfasst von - Juni 7, 2017 in In eigener Sache

 

Schlagwörter: , , , , ,

Vom Loslassen

Ich hatte vor einiger Zeit den Beitrag „Zurück ins Private“ gepostet und bemerke gerade, dass vom damaligen Schritt zum heutigen Ist bereits eineinhalb weitere Jahre vergangen sind. Ich habe diesen Blog immer freigehalten von meinem Engagement, weil ich ihn als persönliche Website und als Schutzzone vor negativen Energien verstanden habe und verstehe. Keine Politik, keine Themen, die Spaltung, Schmerz und Schuldzuweisungen in sich tragen.

Da ich allerdings mit meinem gestrigen Austritt aus dem von mir aufgebauten „Gleichmaß e V.“ einen wichtigen Lebensschritt gegangen bin und gehe, möchte ich an dieser Stelle – vielleicht um zukünftige Fehleinschätzungen oder Einbeziehungsversuche meiner Person gegenüber zu vermeiden, vielleicht um mich und die Situation hinter meinem damit beendeten Engagement besser zu verstehen – mein als Rundmail verschicktes Abschiedsschreiben leicht gekürzt hier hinterlegen:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützer, Freunde und Familie,

mit der heutigen Rundmail möchte ich mich aus der Vereinsarbeit und Mitgliedschaft beim Gleichmaß e. V. verabschieden.

Es sind fast genau zehn Jahre vom ersten Selbsthilfe-Engagement bis heute, in denen ich für die Leitung und / oder Gesamtkoordination dieser Initiative verantwortlich war. In dieser Zeit haben wir eine Wanderausstellung organisiert, zwei Anthologien veröffentlicht, eine Lesung, einen Film- und zahlreiche Gesprächsabende organisiert, das Männerberatungsnetzwerk aufgebaut, die Gewaltschutzwohnung für Männer in Gera – zunächst für ein modellhaftes Jahr – eröffnet und im Hintergrund unzählige Gespräche geführt.

Read the rest of this entry »

 
16 Kommentare

Verfasst von - März 30, 2017 in In eigener Sache

 

Schlagwörter:

 
%d Bloggern gefällt das: