RSS

Schlagwort-Archive: Eigene Texte

Illusionär

Wie er sich entfaltet, der feine rote Schmerz, still wie eine Nachtblüte der Dunkelheit entgegenleckt, mich Lochfraß lehrt und schleppend schwere Schritte durch schweißgetränkten Traumfilz schiebt. Fuß um Fuß im steten Rhythmuswechsel, stolpernd, rennend, schleichend, stockend…

Im Tanz mit meinen Gedanken, diesen liebeswunden Fluchtreflexen, als die sie sich nie zu erkennen geben. Die mir vormachen wollen, ich sei stolz (vielleicht bin ich das auch?), die mir klarmachen, ich sei stark (vielleicht bin ich das auch?), die mir einflüstern, ich bin es wert, innezuhalten und habe nicht nur das Recht, sondern die verdammte Pflicht der wieder und wieder Rückbesinnung, Heimkehr, Innenrast, diesem Spiegelspiel des Selbst, um Schutz zu erfahren.

Als Vorhut flutender Manie, einem rasanten Tempowechsel der Emotionen, die unser Profil nachzeichnen, ohne Unterlass rückfühlen, was wir waren, sind und seh(n)en werden… immer wieder Bilder und Worte aufrufend, Gerüche, Gefühlsfetzenteppiche… immer wieder nach Erklärungen des Selbstschutzes suchend, der Vermeidung des Selbstverlusts, der schmerzfreiesten aller Grenzziehungen nachspürend, ebenso erfolglos wie ungläubig nach Schuldgefühlen suchend…

Erdrutschgleiche Tage, halb hilflos terminstabilisiert Angst vorm inneren Blutriss in meinem kindgeblieb´nen Bauch beiseite lebend, drüberwegstrauchelnd Stolz vors stumpfe Verdrängen schiebend, irgendwie Flugversuche wiederbelebend, die sich weit im Gesternsand verloren glauben ließen…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

Advertisements
 
2 Kommentare

Verfasst von - August 21, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

Resonanzen

Durchtauchen von Tagen, kaum fähig abzusortieren, System zu finden für übersatten Irrsinn an Impressionen, Illusionen. Tauchgang im Fantasmus, Bilderzorn im Prasselmodus. Gieriges Vernachlässigen, überreizte Resonanz auf sanftsatte Feinheiten. Weiterflug, höher, tiefer, unzähmbarer auf farbfettem Weg. Tief, unfertig, an Lebenszorn gemästet.

Sprödes Gedümpel an überreiztem Funkenflug. Ziele, Herausforderungen an endlosem Gähnen, bedrängender Ziellosigkeit wirrer wilder Tagehaufen. Blutrote Verletzlichkeit an frostiger Gleichgültigkeit. Ekstase an Depression. Immer und immer wieder nach Luft schnappend. Unahnbar an Weiten, Mengen, Wahn und Berührung reibend, herabregnend aus Flut, Spannung, Alltagskosmos.

Während ich noch den Ton suche, noch und immer wieder feinjustiere, spüre ich den Zwang innerer Verortung inmitten all dieser Dinge, Rasereien, Bilder, Fantastereien… Im gefühlten Tieftauchüberdruck rastend, im Zank und Liebestanz mit Ideen, Begierden, Impulsen, vieldimensionalen Waghalsigkeiten…

Mangel an Endantworten auf Lebenshungerfragen, Bremsversagen auf herzoffnes Tasten und Drängen, mehr zu erfahren, mehr zu ergieren, mehr zu verstehen und zu verblöden, fernen Tages nur noch Rausch aus wilden Botenstoffen…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

 
4 Kommentare

Verfasst von - Juni 29, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

„Outscapes“-Magazin #4: in Kürze druckfrisch erhältlich

Mit dem in Kürze erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Vierteljahresmagazin für Alternativkultur „Outscapes“ #4 nähern wir uns dem Zrikelschluss des Jahresrades. Einmal mehr um vier Seiten gewachsen, konnten wir für die 4. Ausgabe den Forensiker Mark Benecke für ein langes Interview zu(m Zustand de)r Kunst der schwarzen Szene gewinnen, aber auch Eddie vom Jenaer („Wir sind kein Punk-)Label(!“) „Majorlabel“, Romina Nikolić zur wahrhaft hochästhetischen Anthologie „Radiance“ zur Serie „Hannibal“, Autorin Kathy Kahner zum Dadaismus ihrer Texte sowie den Dresdener Allroundkünstler Schmuddl zum Fraß der Gentrifizierung am Beispiel der Dresdener Neustadt befragen. Einmal mehr ein spannendes Magazin, welches neben genannten Protagonisten selbstverständlich auch in Sachen Kolumne, Rezension, Lyrik und Kulturkritik nicht zu kurz kommt.

Abonnieren lohnt sich (nicht zuletzt wegen der Verlosung eines aktuellen, handsignierten Mark Benecke-Buches) 🙂 – Empfehlung!

 

Schlagwörter: , , , ,

Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen auf „Heavens Food“ – dem Resonanzfeld zu meiner Tätigkeit im alternativen Kulturnetzwerk „Outbird“ – als Verleger, Netzwerker, kulturschaffender Kollaborateur -, aber auch zu Prosa und Lyrik aus meiner und fremder Feder, Kolumnen, Kunst abseits von Profit und Mainstream, ganzheitlichen Betrachtungen und Gedanken zum tieferem Verständnis der Dinge.

Sie finden hier Infos zu mir sowie meinen Veröffentlichungen. Und außerordentlich gern empfehle ich Ihnen nicht nur mit Verweis auf die rechte Spalte dieses Blogs obengenannte(n) Agentur, Verlag + Shop für alternative (Genuss)Kultur „Outbird“, den kleinen Herzblutverlag „Edition Outbird„, das in ebendiesem erscheinende Vierteljahresmagazin für alternative Kultur „Outscapes“ und natürlich den Onlinestore hinter diesen Unternehmungen und Herzblutprojekten.

Und warum eigentlich „Heavens Food“? Vielleicht, weil ich vor Jahren mein persönliches Lieblingsgedicht danach benannte und noch immer empfinde, dass es in weiten Teilen das menschliche (Gefühls)Leben beschreibt. Aber hören Sie doch selbst.

Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu können, wünsche Freude beim Lesen, Diskutieren und sehr gern beim Weiterempfehlen – eben auf Ihre Resonanz. Herzlich willkommen!

Fotograf: Jens Wagner / Jensons Art
 
10 Kommentare

Verfasst von - Juni 7, 2017 in In eigener Sache

 

Schlagwörter: , , , , ,

Vom Loslassen

Ich hatte vor einiger Zeit den Beitrag „Zurück ins Private“ gepostet und bemerke gerade, dass vom damaligen Schritt zum heutigen Ist bereits eineinhalb weitere Jahre vergangen sind. Ich habe diesen Blog immer freigehalten von meinem Engagement, weil ich ihn als persönliche Website und als Schutzzone vor negativen Energien verstanden habe und verstehe. Keine Politik, keine Themen, die Spaltung, Schmerz und Schuldzuweisungen in sich tragen.

Da ich allerdings mit meinem gestrigen Austritt aus dem von mir aufgebauten „Gleichmaß e V.“ einen wichtigen Lebensschritt gegangen bin und gehe, möchte ich an dieser Stelle – vielleicht um zukünftige Fehleinschätzungen oder Einbeziehungsversuche meiner Person gegenüber zu vermeiden, vielleicht um mich und die Situation hinter meinem damit beendeten Engagement besser zu verstehen – mein als Rundmail verschicktes Abschiedsschreiben leicht gekürzt hier hinterlegen:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützer, Freunde und Familie,

mit der heutigen Rundmail möchte ich mich aus der Vereinsarbeit und Mitgliedschaft beim Gleichmaß e. V. verabschieden.

Es sind fast genau zehn Jahre vom ersten Selbsthilfe-Engagement bis heute, in denen ich für die Leitung und / oder Gesamtkoordination dieser Initiative verantwortlich war. In dieser Zeit haben wir eine Wanderausstellung organisiert, zwei Anthologien veröffentlicht, eine Lesung, einen Film- und zahlreiche Gesprächsabende organisiert, das Männerberatungsnetzwerk aufgebaut, die Gewaltschutzwohnung für Männer in Gera – zunächst für ein modellhaftes Jahr – eröffnet und im Hintergrund unzählige Gespräche geführt.

Read the rest of this entry »

 
16 Kommentare

Verfasst von - März 30, 2017 in In eigener Sache

 

Schlagwörter:

Das lachende Kind in uns

Ich konnte erst gestern wieder mit Begeisterung und diesem kleinen Herzfunken-„Pling“ in mir feststellen, wie sehr ich es liebe, wenn Menschen einfach noch Kind sein können bzw. geblieben sind. Ihr Ding durchziehen, an ihre Träume glauben, als Erwachsener ein integriertes Leben führen und dennoch diesen kleinen Jungen oder dieses kleine Menschen in sich tragen und darum um Gottes Willen auch keinen Hehl machen. Ich liebe es so sehr und seit gestern ist mir wörtlich bewusst, was ich vorher irgendwie fühlte: dass das einer der Gründe dafür ist, dieses Leben zu lieben.

Mit meiner Tante hatte ich einmal mehr ein hochinteressantes Gespräch, dass meine Erkenntnisse aus Hermann Meyer „Die Gesetze des Schicksals“ bestätigte: Matriarchat und Patriarchat haben im Grunde nichts mit Frau und Mann zu tun, sondern mit Handlungssystemen. Das eine technisch, kalt und rücksichtslos gegenüber den Kräften und Säften der Natur, das andere gütig, achtsam, mit ihr, mit ihren Wandlungen lebend. Ich wusste bis heute bei diesem einen Punkt nicht, weshalb mich mein Engagement für die Rechte von Männern so aufgerieben hat, da es ja mehrere Gründe gab oder gibt. Aber mit dieser Erkenntnis zurückzufühlen, heißt für mich erkennen, dass in diesen (feministischen) Netzwerken und diesem System im System sehr viel Kälte, mangelnder Zugang zum inneren Kind, Verschlossenheit und Abspaltung (des männlichen Anteils) die herrschende Feder führen.

Meine Tante wie alle weiteren gestrigen Leipziger Termine haben mir einmal mehr gezeigt, wer ich bin und sich damit mir gezeigt, weil geöffnet. Menschen, die ihr inneres Kind frei toben lassen, haben es in diesem System schwerer, aber sie sind sich sehr viel näher als Menschen, die einen unfassbar hohen Wert auf Erwachsensein, auf Funktionieren, Statussymbole und Härte legen.

Dafür, Teil von diesen Querdenkern und Herzmenschen sein zu können, bin ich sehr dankbar.

 

Schlagwörter:

Sternenstaub

Menschen wie Du sind Sternenstaub im ewigen Rauschen. Nichts kann Deine Spuren verwischen, der Du Dich in zahllosen Seelen spiegelst. Du bist wandelbar und auf der Reise, endlos tief und leicht zugleich. Flimmern heißt Dein Lachen, Lachen heißt Dein Tanz. Nichts kann Dich wirklich schwächen, Dir diesen unerschütterlichen Überschwang entreißen, der Dich selbst dunkelste Niederungen durchstehen läßt. Dein Weg steht nicht in Frage, Du suchst nicht, sondern bist. Tauchst tief ein in Leben und Liebe… Immer wieder tauchst Du zwischen meinen Tagen auf, schenkst meinen Fragen Reinheit. Gibst mir Momente der Endlosigkeit, die mich spiegeln und zu Ewigkeit gerinnen lassen, meine Fragen zu Antworten werden lassen… Was wäre meine Resonanz, meine Tiefensucht und Raserei ohne Deine Endlosigkeit? Was wäre mein Glück, gäbe es für all Deinen Reichtum eine Garantie? Ich halte ihn nicht fest, diesen tiefwarmen Sternenstaub, obgleich er mich gefangen nimmt…
__

Unveröffentlicht. Sie möchten meine Worte in Druckform kaufen? Dann folgen Sie mir bitte hier entlang. Vielen Dank!

 
9 Kommentare

Verfasst von - Januar 27, 2017 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

 
%d Bloggern gefällt das: