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Schlagwort-Archive: Edition Outbird

Frau Kopf „Brachialromantik“

Frau Kopf legt mit „Brachialromantik“ ihr zweites Buch vor. In der ihr ureigenen Textform zwischen Prosa und Short Stories zeigt sich ihre tiefe Leidenschaft für und in Liebe, Schmerz, hoher Sensibilität und einer schier endlosen Verletzbarkeit. Sie sieht genau hin, will die Menschen da draußen verstehen, streut Salz in die liebenden Herzen und operiert am offenen Leben.

Ihre Texte fühlen sich oft wie Rausch und Messerklinge zugleich an, wenn sie den Dämonen Mobbing, Depression und Sexismus Sprachbilder gibt und sensible Lebenslandschaften, Beobachtungen und Menschenschicksale skizziert. Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit in die Risiken und Nebenwirkungen des Sichzeigens, von Lust und bedingungsloser Liebe, aber auch in Achtsamkeit, Unabhängigkeit, Wertfreiheit und ein Leben ohne Masken, Lügen und Schubladen.

Jede ihrer Zeilen ist eine kleine Perle, die man immer wieder lesen und nachschwingen lassen mag. Schmerzhaft, bewusst und liebevoll zugleich.“

Frau Kopf „Brachialromantik“, 162 Seiten, Softcover, Dezember 2017 (für 9,90€ hier erhältlich).

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Verfasst von - November 18, 2017 in Literatur

 

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Frau Kopf | Liebe, Norm und Angst

Die Mädchen wären hübscher, würden sie ihre Gesichter
und Körper nicht mit Metall und Tätowierungen
verschandeln.
Sie wären schöner und begehrenswerter, würden sie Kleidchen
tragen, sich mehr oder eben weniger schminken.
Es wäre schöner, hätten sie mehr Kurven oder eben weniger.
Mittelmaß mit rundem Arsch und einem Sternchen.
Ausschnitt, aber angemessen.
Schlank, aber nicht zu sehr, weil nur Hunde mit Knochen
spielen, das weiß man ja und nur „echte Frauen“ Kurven haben.
Stolz möchte man auf die Mädchen sein aber nicht zu sehr, es
wäre fatal, wäre sie zu schön oder schlimmer noch, zu klug.
Sie könnte überfordern, die besten Freunde könnten sie begehren,
sie könnte belesen sein und Dinge wissen.
Das weiß zu beängstigen und gehört sich nicht.
„Sei individuell, erfinde dich neu, sei kreativ und echt“.
Sei nicht langweilig, uniform und zu menschlich!

Der Mann?
Der muss charmant sein und klug.
Natürlich sportlich, großzügig, überpotent und irgendwas
mit Gesichtsbehaarung aber bitte nicht zu viel oder zu wenig.
Erfolgreich ist wichtig!
Selbstzweifel sind unmännlich und Sex muss er immer wollen
und liefern, das gehört sich so.
Nicht zu dick, keinesfalls zu dünn.
Nur nicht zu weibisch, das ist schwul und sehr unattraktiv.
„Männer, die weinen sind so unattraktiv, da kann ich ja gleich
meine beste Freundin bumsen!“ Read the rest of this entry »

 
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Verfasst von - November 10, 2017 in Literatur

 

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Ralf Bruggmann | „Hornhaut“

Ralf Bruggmann ist ein Meister der Stillleben. Er erzeugt in seinen Texten Sphären, die Schauer der Gänsehaut erzeugen, einem nicht selten beim Lesen den Atem rauben. Geradezu, als verhindere das Anhalten des Atems ein Zerstören der Spannung, die seinen Texten zugrunde liegt.

Oftmals handelt es sich um ein oder maximal zwei Personen, und oftmals scheint Bruggmann mit einer scheinbar einfachen wie herausragenden Sprache das weibliche Wesen oder vielmehr die weibliche Tiefe zu ergründen. Und wenngleich er in wahrlich nicht jedem Text Angst thematisiert, lauert sie im Ungewissen, dass sich vage am Horizont abzeichnet. Vielleicht trifft es das am Besten: Ralf Bruggmanns Metier ist das Spiel mit Ahnungen, mit Nichtgesagtem, mit starken Bildern, die sich unwillkürlich beim Lesen aufbauen.

Eingefrorene Situationen, in denen die Umgebung im Zeitverlust erstarrt und die ProtagonistInnen im Mittelpunkt zu Sehnsucht, Begierde, unerfüllter Liebe, Selbstsuche, Verlorenheit oder gar dem Abgrund hinter sommerlicher Leichtigkeit kulminieren. So kann die wunderschönste Sommerwiese hinter dem Grauen verschwinden, wenn Bruggmann den Leser zum Sonnentanz mitnimmt und jählings einen tiefen Abgrund ins saubere Bild kratzt….

Manchmal haben Liebe und Nähe etwas Cleanes, Vibrationsarmes, Fragwürdiges; man übernimmt unweigerlich die überpräsente Suche nach dem Sinn des Ganzen (um sie nachher wieder abzuschütteln). Und will man das Buch mit wenigen Worten beschreiben, kommt man nicht um das unlösbare Mysterium von Nähe und Distanz und die Suche nach dem Lebenssinn drum herum.

Bruggmanns Wortlandschaften haben eine ähnlich berauschende – wahlweise beklemmende – Wirkung wie ein gutes Musikstück oder ein einzigartiger Film. Es ist nicht auszuschließen, dass man nach Weglegen seines Buches zunächst ein Stück braucht, um sich wieder in die (vermeintliche?) Realität einzuschwingen.“

Rezension von Tomas Jungbluth für „Outscapes“-Magazin #6 | Ralf Bruggmann, „Hornhaut“, 98 Seiten, Softcover, Oktober 2017 (für 9,90€ hier erhältlich).

 
 

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Hauke von Grimm | „WortLand“

„Wenn der Erzähler Hauke von Grimm in Lesungen das Wort ergreift, braucht es zumeist nicht lange,  dass die Spannung spürbar wird oder die ersten Lacher zu hören sind. Von Grimm ist seit Jahren fester Bestandteil der Leipziger Literaturlandschaft und als solcher (Mit)Initiator so etablierter Größen wie beispielsweise der „Lesebühne Schkeuditzer Kreuz“. Wer ihm begegnet oder ihn auf der Bühne erlebt, weiß um den Schalk in seinem Wesen. Der zugleich aber auch keinen Bogen um schmerzhaft ernste Themen macht.

Von Hauke von Grimm ist erst unlängst in der „Edition Outbird“ das Buch „WortLand“ erschienen, das auf 150 Seiten sein aktuelles Werk widerspiegelt: ShortStories um seltsame Typen, mitreißende Prosa, dazwischen einige lyrische Perlen. Er erzählt von durchgeknallten Verkehrsrowdies, leerstehenden Häusern und darin herumstreunenden Leichenfledderern, Schattenmenschen und Epigonen verlorener Jahre, Kriegsveteranen, hochverkaterten Kneipentouren, kleinen Spielplatzmonstern, dem Pariser Flow, er skizziert seine möglichen Tode,  die Kultur des Trinkens, Endzeitszenarien, seltsame Begegnungen seltsamer Menschen, die sich in ihren kantigen Profilen, scheint es, von Grimm oft genug aus dem Hintergrundrauschen der Nachrichten entgegenschälen.

Hauke von Grimm sieht sich als Geschichtenerzähler, und das ist er auch. Ihn auf der Bühne zu erleben ist ein fesselndes Geschenk, umso schöner, dass man sich mit seinem Buch auch in die Ruhe des heimischen Ohrensessels zurückziehen kann. So richtig blüht er allem Anschein nach dann auf, wenn ihm entweder Lyrik seinen ureigenen Sprachfluss abtrotzt oder wenn es ihm richtig dreckig geht: seine derartigen – depressiven, lebensverwischenden, nebelhaften, (selbst)verlorenen – Texte tragen bei aller spürbaren Depression einen unfassbaren Sog in sich, eine Kraft, die seine Leser nach dem Wiederfinden, dass dem Weglegen des Buches folgt, durchatmen und sich klarmachen lassen, was für ein wundervolles Leben wir doch leben.

„WortLand“ ist eine Empfehlung, und offen gestanden wurde es höchste Zeit, dass dieser verstiegene wie liebenswert kauzige Autor endlich wieder mal ein Buch in den lesehungrigen Schlund der Welt wirft. Man muss ihm dankbar sein, dass er einmal mehr facettenreich (wieder)gibt, was er all die Jahre an Geschichten und Impressionen aufgesammelt hat. Und dass er es schafft, eine Vielzahl von Gefühlen zu bedienen. Oft genug irrsinniger Frohsinn, immer wieder sanft strudelnde Emotionen, allzu oft aber auch Nachdenken, Schockstarre und graue Verlorenheit.“

Rezension von Tomas Jungbluth für „Outscapes“-Magazin #5 | Hauke von Grimm, „WortLand„, 154 Seiten, Softcover, Juli 2017, 9,90€, „Edition Outbird“.

 

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„Outscapes“-Magazin #5 erhältlich

Reifer und auf seine kantige Art vielleicht auch etwas erwachsener geworden, ist die nunmehr fünfte Ausgabe des „Outscapes“-Magazins für alternative Kultur erschienen. Quasi druckfrisch, beinhaltet es Interviews mit dem Ingeborg-Bachmann-Preisträger und verstörend offenen Romanautoren Peter Wawerzinek, der rastlosen Autorin und der schwarzen Szene verbundenen Musikerin Luci van Org, dem Festivalveranstalter des deutschlandweit einzigartigen Cinefonie-Festivals Jörg Mathieu, aber auch zahlreichen anderen wunderbar ver-rückten Querdenkern, Hochfliegern und bewundernswerten KünstlerInnen.

Das Magazin ist ab sofort unter diesen Auslagestellen gratis (online zzgl. Bearbeitungs-/Versandkosten) erhältlich und einmal mehr sei an dieser Stelle daran erinnert, dass jedes Abonnement, ob Jahres- oder Jahresförder-, wie auch jede Anzeigenschaltung, die Arbeit des Redaktionsteams für eine unabhängige Kultur unterstützt. Herzlichen Dank!

 

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„Outscapes“-Magazin #4: in Kürze druckfrisch erhältlich

Mit dem in Kürze erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Vierteljahresmagazin für Alternativkultur „Outscapes“ #4 nähern wir uns dem Zrikelschluss des Jahresrades. Einmal mehr um vier Seiten gewachsen, konnten wir für die 4. Ausgabe den Forensiker Mark Benecke für ein langes Interview zu(m Zustand de)r Kunst der schwarzen Szene gewinnen, aber auch Eddie vom Jenaer („Wir sind kein Punk-)Label(!“) „Majorlabel“, Romina Nikolić zur wahrhaft hochästhetischen Anthologie „Radiance“ zur Serie „Hannibal“, Autorin Kathy Kahner zum Dadaismus ihrer Texte sowie den Dresdener Allroundkünstler Schmuddl zum Fraß der Gentrifizierung am Beispiel der Dresdener Neustadt befragen. Einmal mehr ein spannendes Magazin, welches neben genannten Protagonisten selbstverständlich auch in Sachen Kolumne, Rezension, Lyrik und Kulturkritik nicht zu kurz kommt.

Abonnieren lohnt sich (nicht zuletzt wegen der Verlosung eines aktuellen, handsignierten Mark Benecke-Buches) 🙂 – Empfehlung!

 

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Druckfrisch: „Outscapes“ – Magazin Nr. 3

Vielleicht ist es für uns als Redaktionsteam, für mich, ein Anker, ein Innehalten, im Vierteljahresrhythmus das „Outscapes“-Magazin herauszugeben und die Zeit nach dem unvermeidlichen Davor zu genießen. Ein Resultat schier wahnwitzigen Idealismus´ und unglaublich hoher Energieausstöße, der Koordination teilweise über vierzehn Tage und länger andauernder Konversationen und Verhandlungen geschuldet. Mails, Telefonate, das Anschwellen der Tonintervalle eingehender Nachrichten. Interviews, Berichte, eine Rezension, Bild-Lyrik-Symbiosen, die gefühlt richtige Grafik, endlos viele Chancen, Offenbarungen, Korrekturen… immer wieder Korrekturen…

Warum das alles sein muß? Weil es einer tiefen Befriedigung gleich kommt, seine Träume zu verwirklichen, wundervoll kreative Menschen sichtbar zu machen, zunehmend positive Resonanzen zu erhalten und als Medium immer ein Stück weiter wachsen zu können. Magazin 3 ist vor wenigen Tagen nun erschienen.
Die treibenden Größen des Emo-Punks (und diverser anderer Schubladen) „Fliehende Stürme“ haben sich im Interview im Leipziger „Puschkin“ verewigt, das hochenergetische Multitalent Bianca Stücker spricht über ihre Obsessionen zwischen Tanzshows, Buchveröffentlichungen und Musikprojekten, vom „schreibenden Krüppel“ Benjamin Schmidt sind Einblicke in ein Autorenleben mit Querschnittslähmung zu erhalten, auch spricht – nicht zuletzt – Emma Wolff über japanische Haiku-Lyrik, ihr Engagement für (Eltern) autistische(r) Kinder und Spiritualität… von weiteren Inhalten an dieser Stelle zu schweigen…

Es mag subjektiv klingen und die ersten Resonanzen verallgemeinern, aber das aktuelle „Outscapes“-Magazin ist einmal mehr sehr lesenswert. Es hat einmal mehr an Umfang gewonnen und gibt all jenen ein Gesicht, die in den Feuilletons und Kultursendungen allzu oft vergessen werden… Wer das in der „Edition Outbird“ erschienene Magazin kauft oder abonniert, unterstützt damit auch unser Engagement für alternative Kreativkultur.

Ich, wir, sage(n) herzlichen Dank!

 

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