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Harald Martenstein | Desensiblisierung

„Wenn irgendeine Gruppe sagt, über uns darf man keine Witze machen, Kritik streng verboten, dann ist das ja eine Aufforderung zur Desensibilisierung. Phobien heilt man durch Desensibilisierung.“

Aus einem Interview zu grüner/m Hysterie und Zensurismus

 

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Danielle Tunstall „Fear“

 

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Mysterium Rabenvögel

Krähen sind (nicht nur das „Wappen“tier von „Outbird„, sondern auch) hochintelligent, gewitzt, spiegeln und faszinieren ihr (menschliches Gegenüber), lüften Geheimnisse und durchschauen Geheimniskrämerei. Als Krafttier unterstützen sie dabei, die Wahrheit aufzudecken, Lügner zu enttarnen und die eigenen Schattenseiten zu erforschen – ohne sich dafür in die Welt der Toten begeben zu müssen. Auch gilt die Krähe als Hüterin der heiligen Gesetze; viele heilige Schriften und Rituale indigener Völker stehen unter ihrem Schutz.

Einen sehr interessanten (wenngleich sehr irdischen) Beitrag zu den Rabenvögeln fand ich in der „Zeit“:

„… der Verhaltensforscher Konrad Lorenz pfiff auf jeglichen Aberglauben und näherte sich den taubengroßen Vögeln mit dem Blick eines Forschers. Dabei fand er unter anderem heraus, dass Dohlen sich über ihre Instinkte hinaus merken können, wer ihnen wohlgesonnen ist und wer nicht. Nähert sich ein Feind, warnen sie ihre Artgenossen mit speziellen Rufen. Stimmlich spielen Dohlen ohnehin in der Vogel-Champions-League, sie sind nämlich großartige Imitatoren: Neben ihrem angeborenen Repertoire schnappen sie im Laufe ihres bis zu zwei Jahrzehnte langen Lebens unzählige Geräusche auf – um ihre Stimme zu trainieren, aber auch, um andere Tiere und Artgenossen zu täuschen.

[…]

Die Vögel mit den auffallend hellblauen Augen sind nicht nur Nachmacher, sondern vollziehen auch geistige Transferleistungen: Plant eine Dohle, ihr Nest in einem Schornstein zu bauen, lässt sie zunächst einen Zweig hineinfallen, um zu hören, wie tief der Schlot ist. Dohlen sind Höhlenbrüter, neben Schornsteinen stehen Mauerlöcher, Dachstühle und Kirchtürme hoch im Kurs. Die Vögel sind zudem versierte Kletterer, eine senkrechte Mauer stellt keine Herausforderung für sie dar…“

Quelle / gesamter Artikel: hier.

Bildnachweis: Lili Popper / Unsplash.

 

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Resonanzen

Durchtauchen von Tagen, kaum fähig abzusortieren, System zu finden für übersatten Irrsinn an Impressionen, Illusionen. Tauchgang im Fantasmus, Bilderzorn im Prasselmodus. Gieriges Vernachlässigen, überreizte Resonanz auf sanftsatte Feinheiten. Weiterflug, höher, tiefer, unzähmbarer auf farbfettem Weg. Tief, unfertig, an Lebenszorn gemästet.

Sprödes Gedümpel an überreiztem Funkenflug. Ziele, Herausforderungen an endlosem Gähnen, bedrängender Ziellosigkeit wirrer wilder Tagehaufen. Blutrote Verletzlichkeit an frostiger Gleichgültigkeit. Ekstase an Depression. Immer und immer wieder nach Luft schnappend. Unahnbar an Weiten, Mengen, Wahn und Berührung reibend, herabregnend aus Flut, Spannung, Alltagskosmos.

Während ich noch den Ton suche, noch und immer wieder feinjustiere, spüre ich den Zwang innerer Verortung inmitten all dieser Dinge, Rasereien, Bilder, Fantastereien… Im gefühlten Tieftauchüberdruck rastend, im Zank und Liebestanz mit Ideen, Begierden, Impulsen, vieldimensionalen Waghalsigkeiten…

Mangel an Endantworten auf Lebenshungerfragen, Bremsversagen auf herzoffnes Tasten und Drängen, mehr zu erfahren, mehr zu ergieren, mehr zu verstehen und zu verblöden, fernen Tages nur noch Rausch aus wilden Botenstoffen…
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4 Kommentare

Verfasst von - Juni 29, 2017 in Prosa + Lyrik

 

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Fingerabdrücke

„Es heißt, die Fingerabdrücke, die man auf die Seele eines Anderes schreibt, verblassen niemals wieder.“

Filmzitat aus „Remember me – Lebe den Augenblick“

 

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Selbstsein

„Wenn ich nur wüsste, wer ich tatsächlich bin, würde ich aufhören, mich als derjenige zu benehmen, der ich zu sein glaube; und wenn ich aufhören würde, mich wie der zu benehmen, der ich zu sein glaube, würde ich wissen, wer ich bin.“

Buchzitat aus „Eiland“ von Aldous Huxley

 

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„Outscapes“-Magazin #4: in Kürze druckfrisch erhältlich

Mit dem in Kürze erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Vierteljahresmagazin für Alternativkultur „Outscapes“ #4 schließt sich quasi das Jahresrad. Einmal mehr um vier Seiten gewachsen, konnten wir für die 4. Ausgabe den Forensiker Mark Benecke für ein langes Interview zu(m Zustand de)r Kunst der schwarzen Szene gewinnen, aber auch Eddie vom Jenaer („Wir sind kein Punk-)Label(!“) „Majorlabel“, Romina Nikolić zur wahrhaft hochästhetischen Anthologie „Radiance“ zur Serie „Hannibal“, Autorin Kathy Kahner zum Dadaismus ihrer Texte sowie den Dresdener Allroundkünstler Schmuddl zum Fraß der Gentrifizierung am Beispiel der Dresdener Neustadt befragen. Einmal mehr ein spannendes Magazin, welches neben genannten Protagonisten selbstverständlich auch in Sachen Kolumne, Rezension, Lyrik und Kulturkritik nicht zu kurz kommt.

Abonnieren lohnt sich (nicht zuletzt wegen der Verlosung eines aktuellen, handsignierten Mark Benecke-Buches) 🙂 – Empfehlung!

 

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