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Archiv der Kategorie: Wissenschaft + Forschung

Mysterium Rabenvögel

Krähen sind (nicht nur das „Wappen“tier von „Outbird„, sondern auch) hochintelligent, gewitzt, spiegeln und faszinieren ihr (menschliches Gegenüber), lüften Geheimnisse und durchschauen Geheimniskrämerei. Als Krafttier unterstützen sie dabei, die Wahrheit aufzudecken, Lügner zu enttarnen und die eigenen Schattenseiten zu erforschen – ohne sich dafür in die Welt der Toten begeben zu müssen. Auch gilt die Krähe als Hüterin der heiligen Gesetze; viele heilige Schriften und Rituale indigener Völker stehen unter ihrem Schutz.

Einen sehr interessanten (wenngleich sehr irdischen) Beitrag zu den Rabenvögeln fand ich in der „Zeit“:

„… der Verhaltensforscher Konrad Lorenz pfiff auf jeglichen Aberglauben und näherte sich den taubengroßen Vögeln mit dem Blick eines Forschers. Dabei fand er unter anderem heraus, dass Dohlen sich über ihre Instinkte hinaus merken können, wer ihnen wohlgesonnen ist und wer nicht. Nähert sich ein Feind, warnen sie ihre Artgenossen mit speziellen Rufen. Stimmlich spielen Dohlen ohnehin in der Vogel-Champions-League, sie sind nämlich großartige Imitatoren: Neben ihrem angeborenen Repertoire schnappen sie im Laufe ihres bis zu zwei Jahrzehnte langen Lebens unzählige Geräusche auf – um ihre Stimme zu trainieren, aber auch, um andere Tiere und Artgenossen zu täuschen.

[…]

Die Vögel mit den auffallend hellblauen Augen sind nicht nur Nachmacher, sondern vollziehen auch geistige Transferleistungen: Plant eine Dohle, ihr Nest in einem Schornstein zu bauen, lässt sie zunächst einen Zweig hineinfallen, um zu hören, wie tief der Schlot ist. Dohlen sind Höhlenbrüter, neben Schornsteinen stehen Mauerlöcher, Dachstühle und Kirchtürme hoch im Kurs. Die Vögel sind zudem versierte Kletterer, eine senkrechte Mauer stellt keine Herausforderung für sie dar…“

Quelle / gesamter Artikel: hier.

Bildnachweis: Lili Popper / Unsplash.

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What a wonderful life…

Es sieht aus wie ein riesiger Kamm und könnte unsere Ozeane retten: das „Pacific Garbage Screening“ (PGS). Noch ist die Anlage in der Entwicklungsphase, doch die Idee ist vielversprechend. Das PGS ist eine riesige schwimmende Plattform, die durch ihre spezielle Bauweise Plastikmüll aus dem Meer filtern soll. So könnten die Meere gereinigt und tausende Meereslebewesen gerettet werden. Denn für Fische, Meeressäuger und Vögel stellt Plastikmüll eine große Gefahr dar: Sie verheddern sich darin, fressen ihn versehentlich und sterben daran.

[…]

Die PGS-Plattform soll architektonisch so konzipiert sein, dass sie die Strömungen beruhigen kann und das Plastik wieder an die Oberfläche treibt. 35 Meter lange „Kiele“ bilden unter der Anlage eine Art Kanalsystem von etwa 400 Metern Länge.

„Das Wasser strömt durch das Kanalsystem, dabei werden die Bewegungen des Meeres punktuell beruhigt“, erklärt uns die Initiatorin des Projekts, Marcella Hansch. Das Plastik kann nun also durch seinen eigenen Auftrieb an die Oberfläche steigen und dort abgeschöpft werden. „Wir wissen aufgrund von ersten Berechnungen, dass dieses Prinzip funktioniert“, sagt Hansch. Das Projekt Pacific Garbage Screening war ihre Masterarbeit im Fach Architektur. Vor vier Jahren entwarf sie die Anlage, inzwischen steht hinter dem Projekt ein 15-köpfiges Team von Ehrenamtlichen. …“

Quelle / gesamter Artikel: Utopia.de

Bildnachweis: Pacific Garbage Screening

 

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Das Glück der Berührung

„Es ist die Berührung eines anderen, durch die ein Mensch sich spüren und sich zu sich selbst positiv in Beziehung setzen kann.

[…]

Da sie von Anfang an und vermutlich das ganze Leben hindurch maßgeblich am Aufbau des Immunsystems beteiligt ist, ist es auch denkbar, dass so manche Krankheit aus einem Mangel an Berührung resultiert.

[…]

Und nicht nur sinnlich, sondern auch seelisch und geistig stellt Berührung Beziehungen und Zusammenhänge aller Art her, sodass ein Mensch sich in ein Netz eingebettet sehen kann und nicht mehr metaphysisch einsam fühlen muss, bis hin zur Einbettung in eine Dimension, die eine umfassende Antwort auf die Frage nach dem Sinn zu geben vermag. Wenn aber die Sinngebung durch Berührung wegfällt, ausbleibt und verweigert wird, kann eine schreckliche Sinnleere die Folge sein, die das Leben schwermacht: Wer nicht berührt wird, wird seiner selbst unsicher und weiß nicht mehr, wer er ist.“

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„Der Körper setzt eine Kaskade von Prozessen in Gang, wenn wir hautnah wohltuende Wärme erfahren. Oxytocin im Blut aktiviert das parasympathische Nervensystem, was die Muskeln entspannt und die Nerven weitet. Oxytocin erzeugt körperliche Reaktionen, die mit dem angenehmen Erleben von Nähe verbunden sind. Darauf beruht seine Langzeitwirkung. Denn das Hormon selbst wirkt im Blut nur wenige Minuten. Häufige Oxytocinstöße aber impfen den Organismus gegen Stress.“

Quelle: „Psychologie heute“, Ausgabe 11 / 2016

 

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Borderline – ein Gleichnis

Aufmerksame Leser* meines Blogs wissen um mein Interesse an den Ausprägungen der menschlichen Psyche (wie beispielsweise Autismus, Borderline, Hochsensibilität oder Synästhesie), die im Miteinander überwiegend als „unnormal“ bewertet und abgetan werden. Oder, dass ich Zitate mitunter für tiefweise und brillante Gleichnisgeber halte. Ein vortreffliches Gleichnis – als Ergänzung zum Wikipedia-Eintrag – ist dieses Zitat zu Borderline, welches anstelle von Klischees ein besseres Verständnis ermöglicht und als idealer Diskussionsansatz – gern auch auf diesem Blog – dienen kann:

„Wenn sie sich vorstellen, dass unser emotionales System wie ein Pferd ist, dann sitzen die Menschen im Allgemeinen auf einem Ackergaul. Relativ robust, zuverlässig und stabil. Personen mit einer Borderline-Störung hingegen sitzen auf einem Araberhengst. Er geht leicht durch, reagiert äußerst empfindlich auf jedwede Außenreize. Er hat ein starkes Temperament und ist nur schwer zu bändigen. Das heißt, die Betroffenen benötigen nicht nur eine Menge an spezifischen Fähigkeiten, sie müssen auch ausdauernd und intensiv trainieren.“

(Quelle: M. Bohus + M. Wolf-Arehult)

*Gemeint sind – selbstverständlich – immer alle Geschlechter.
 

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Epigenetik: Vererbung von Traumata

4973532326_6c75ba32ba_zVererbte Traumata und die Tatsache, dass wir bis zu sieben Generationen weit in die Vergangenheit traumatische Erfahrungen „aufgesammelt“ haben können, stößt schon seit Längerem auf mein Interesse. Bei aller (anzustrebenden) Selbstbestimmtheit ist damit nicht auszuschließen, dass Stimmungsschwankungen, Hochempfindlichkeiten und in manchem Lebenslagen mangelnde Widerstandsfähigkeiten bei manchen Menschen eben genau darauf zurückzuführen sein könnten:

„… Ein Team von Wissenschaftlern des New York Mount Sinai Hospital, angeführt von Rachel Yehuda, untersuchte die Gene von 32 jüdischen Männern und Frauen, die entweder in einem Konzentrationslager gewesen und dort Zeuge und Opfer von Folter wurden, oder sich jahrelang während des zweiten Weltkriegs verstecken mussten.

Außerdem analysierten sie die Gene ihrer Kinder. Die, so weiß man schon länger, häufiger an Stress-Erkrankungen leiden als andere Menschen. Man verglich die Gene mit denen von jüdischen Familien, die während des Krieges außerhalb von Europa – und damit deutlich sicher lebten. Man fand große Unterschiede.

[…]

Die Ergebnisse gelten als deutlichstes Beispiel dafür, dass sich Traumata über die sogenannte „epigenetische Vererbung“ über Generationen fortpflanzen. So, wie auch Rauchen, die Ernährung und Stress allgemein die Gene von Kindern und womöglich sogar von Enkelkindern beeinflussen.

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Neuzeitmedien und Hysterie

20130106-192409Es ist seit Jahren ein sehr interessantes Begleitthema, wie selbst gestandene Charaktere bei – beispielsweise – Facebook zu platten Selbstdarstellern mutieren. Unlängst lief mir in diesem Zusammenhang ein aufschlussreiches Dossier mit dem sperrigen Namen „Mediensozialisation in der digitalen Postmoderne – Der schizoid-hysterische Charakter und sein Medienverhalten als Phänomen unserer Zeit“ über den digitalen Weg, welches der in Jugend- und Marktforschung tätige Wiener Professor Bernhard Heinzlmaier verfasst hat und über die elektronische Sucht hinaus die Beziehungsflüchtigkeit unserer Zeit aufgreift:

„… Die größte Sorge des Menschen ist der Ich-Verlust, die Einschränkung seiner Selbstverwirklichungsbedürfnisse. Es beherrscht ihn die überwertige Angst vor der Abhängigkeit von anderen. Diese typische Facette der postmodernen Persönlichkeit bezeichnen wir als Schizoidie. Der zweite dominante Persönlichkeitszug des Menschen unserer Zeit ist die Angst vor Verbindlichkeit und Festlegung. Mehr als Dauer und Beständigkeit bedeuten ihm Veränderung und Wandel. Dieser unbändige Drang nach dem Flüchtigen und dem Neuen, der heute herrscht, nennen wir Hysterie.

Der Mainstream-Mensch der Postmoderne ist ein schizoid-hysterischer Charakter, d.h. er ist egozentrisch bis hin zum Narzissmus und er will die permanente Veränderung, den stetigen Wandel und – immer wiederkehrend – das Abenteuer. Welche Medien bevorzugt nun ein solcher Persönlichkeitstypus?

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Rhetorikfiguren (oder: Sprachschwingungen)

Aufgrund mir in letzter Zeit häufiger über den Weg gelaufener Oxymorone, Tautologien und Euphemismen (von Alliterationen ganz zu schweigen) kam der Sammler in mir nicht umhin, die Suchfunktion zu aktivieren:

„… Die in der Theorie der Rhetorik, in der Poetik und Sprachwissenschaft geläufigen Stilmittel stammen vor allem aus der antiken Rhetorik und Poetik, die schon mehrere ausgearbeitete Systeme kannten. Die Bezeichnungen selbst stammen dementsprechend meist aus dem Griechischen oder Lateinischen, in Ausnahmefällen aus dem Französischen oder anderen neuzeitlichen Sprachen. Teils sind auch deutsche Namen geläufig. Die Definitionen der Figuren sind nicht einheitlich und weichen je nach System ab: Teilweise werden Bezeichnungen als synonym angesehen (z. B. Pleonasmus und Tautologie), teils bezeichnet ein Name in verschiedenen Systemen unterschiedliche Mittel (z. B. Katachrese). Auch die Abgrenzung ähnlicher Stilmittel ist oft sehr subtil (z. B. bei Metapher, Metonymie und Synekdoche) und variiert je nach Definition (z. B. Hypallage und Enallage oder Syllepse und Zeugma).

Nicht alle Stilmittel sind in jeder Sprache möglich: Im Altgriechischen und im Deutschen ist zum Beispiel eine fast beliebige Möglichkeit zur Bildung neuer Wörter durch Zusammensetzung gegeben, was diese Sprachen besonders geeignet für die Verwendung von Neologismen erscheinen lässt; im Altgriechischen, Latein und auch im Deutschen ist die Wortstellung besonders in poetischer Sprache vergleichsweise frei, was eine Vielzahl von Stellungsfiguren (z. B. Hyperbaton, Anapher, Chiasmus) erlaubt. …“

…weiß Wikipedia zu berichten. Und wer eine möglichst umfassende Zusammenstellung rhetorischer Stilmittel möchte, wird auf dieser schweizerischen Seite fündig.

(Danke, M.)
 

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