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Archiv der Kategorie: In eigener Sache

Hauke von Grimm „WortLand“

„Wenn der Erzähler Hauke von Grimm in Lesungen das Wort ergreift, braucht es zumeist nicht lange,  dass die Spannung spürbar wird oder die ersten Lacher zu hören sind. Von Grimm ist seit Jahren fester Bestandteil der Leipziger Literaturlandschaft und als solcher (Mit)Initiator so etablierter Größen wie beispielsweise der „Lesebühne Schkeuditzer Kreuz“. Wer ihm begegnet oder ihn auf der Bühne erlebt, weiß um den Schalk in seinem Wesen. Der zugleich aber auch keinen Bogen um schmerzhaft ernste Themen macht.

Von Hauke von Grimm ist erst unlängst in der „Edition Outbird“ das Buch „WortLand“ erschienen, das auf 150 Seiten sein aktuelles Werk widerspiegelt: ShortStories um seltsame Typen, mitreißende Prosa, dazwischen einige lyrische Perlen. Er erzählt von durchgeknallten Verkehrsrowdies, leerstehenden Häusern und darin herumstreunenden Leichenfledderern, Schattenmenschen und Epigonen verlorener Jahre, Kriegsveteranen, hochverkaterten Kneipentouren, kleinen Spielplatzmonstern, dem Pariser Flow, er skizziert seine möglichen Tode,  die Kultur des Trinkens, Endzeitszenarien, seltsame Begegnungen seltsamer Menschen, die sich in ihren kantigen Profilen, scheint es, von Grimm oft genug aus dem Hintergrundrauschen der Nachrichten entgegenschälen.

Hauke von Grimm sieht sich als Geschichtenerzähler, und das ist er auch. Ihn auf der Bühne zu erleben ist ein fesselndes Geschenk, umso schöner, dass man sich mit seinem Buch auch in die Ruhe des heimischen Ohrensessels zurückziehen kann. So richtig blüht er allem Anschein nach dann auf, wenn ihm entweder Lyrik seinen ureigenen Sprachfluss abtrotzt oder wenn es ihm richtig dreckig geht: seine derartigen – depressiven, lebensverwischenden, nebelhaften, (selbst)verlorenen – Texte tragen bei aller spürbaren Depression einen unfassbaren Sog in sich, eine Kraft, die seine Leser nach dem Wiederfinden, dass dem Weglegen des Buches folgt, durchatmen und sich klarmachen lassen, was für ein wundervolles Leben wir doch leben.

„WortLand“ ist eine Empfehlung, und offen gestanden wurde es höchste Zeit, dass dieser verstiegene wie liebenswert kauzige Autor endlich wieder mal ein Buch in den lesehungrigen Schlund der Welt wirft. Man muss ihm dankbar sein, dass er einmal mehr facettenreich (wieder)gibt, was er all die Jahre an Geschichten und Impressionen aufgesammelt hat. Und dass er es schafft, eine Vielzahl von Gefühlen zu bedienen. Oft genug irrsinniger Frohsinn, immer wieder sanft strudelnde Emotionen, allzu oft aber auch Nachdenken, Schockstarre und graue Verlorenheit.“

Rezension von Tomas Jungbluth für „Outscapes“-Magazin #5 | Hauke von Grimm, „WortLand„, 154 Seiten, Softcover, Juli 2017, 9,90€, „Edition Outbird“.

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„Outscapes“-Magazin #5 erhältlich

Reifer und auf seine kantige Art vielleicht auch etwas erwachsener geworden, ist die nunmehr fünfte Ausgabe des „Outscapes“-Magazins für alternative Kultur erschienen. Quasi druckfrisch, beinhaltet es Interviews mit dem Ingeborg-Bachmann-Preisträger und verstörend offenen Romanautoren Peter Wawerzinek, der rastlosen Autorin und der schwarzen Szene verbundenen Musikerin Luci van Org, dem Festivalveranstalter des deutschlandweit einzigartigen Cinefonie-Festivals Jörg Mathieu, aber auch zahlreichen anderen wunderbar ver-rückten Querdenkern, Hochfliegern und bewundernswerten KünstlerInnen.

Das Magazin ist ab sofort unter diesen Auslagestellen gratis (online zzgl. Bearbeitungs-/Versandkosten) erhältlich und einmal mehr sei an dieser Stelle daran erinnert, dass jedes Abonnement, ob Jahres- oder Jahresförder-, wie auch jede Anzeigenschaltung, die Arbeit des Redaktionsteams für eine unabhängige Kultur unterstützt. Herzlichen Dank!

 

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„Outscapes“-Magazin #4: in Kürze druckfrisch erhältlich

Mit dem in Kürze erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Vierteljahresmagazin für Alternativkultur „Outscapes“ #4 nähern wir uns dem Zrikelschluss des Jahresrades. Einmal mehr um vier Seiten gewachsen, konnten wir für die 4. Ausgabe den Forensiker Mark Benecke für ein langes Interview zu(m Zustand de)r Kunst der schwarzen Szene gewinnen, aber auch Eddie vom Jenaer („Wir sind kein Punk-)Label(!“) „Majorlabel“, Romina Nikolić zur wahrhaft hochästhetischen Anthologie „Radiance“ zur Serie „Hannibal“, Autorin Kathy Kahner zum Dadaismus ihrer Texte sowie den Dresdener Allroundkünstler Schmuddl zum Fraß der Gentrifizierung am Beispiel der Dresdener Neustadt befragen. Einmal mehr ein spannendes Magazin, welches neben genannten Protagonisten selbstverständlich auch in Sachen Kolumne, Rezension, Lyrik und Kulturkritik nicht zu kurz kommt.

Abonnieren lohnt sich (nicht zuletzt wegen der Verlosung eines aktuellen, handsignierten Mark Benecke-Buches) 🙂 – Empfehlung!

 

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Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen auf „Heavens Food“ – dem Resonanzfeld zu meiner Tätigkeit im alternativen Kulturnetzwerk „Outbird“ – als Verleger, Netzwerker, kulturschaffender Kollaborateur -, aber auch zu Prosa und Lyrik aus meiner und fremder Feder, Kolumnen, Kunst abseits von Profit und Mainstream, ganzheitlichen Betrachtungen und Gedanken zum tieferem Verständnis der Dinge.

Sie finden hier Infos zu mir sowie meinen Veröffentlichungen. Und außerordentlich gern empfehle ich Ihnen nicht nur mit Verweis auf die rechte Spalte dieses Blogs obengenannte(n) Agentur, Verlag + Shop für alternative (Genuss)Kultur „Outbird“, den kleinen Herzblutverlag „Edition Outbird„, das in ebendiesem erscheinende Vierteljahresmagazin für alternative Kultur „Outscapes“ und natürlich den Onlinestore hinter diesen Unternehmungen und Herzblutprojekten.

Und warum eigentlich „Heavens Food“? Vielleicht, weil ich vor Jahren mein persönliches Lieblingsgedicht danach benannte und noch immer empfinde, dass es in weiten Teilen das menschliche (Gefühls)Leben beschreibt. Aber hören Sie doch selbst.

Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu können, wünsche Freude beim Lesen, Diskutieren und sehr gern beim Weiterempfehlen – eben auf Ihre Resonanz. Herzlich willkommen!

Fotograf: Jens Wagner / Jensons Art
 
10 Kommentare

Verfasst von - Juni 7, 2017 in In eigener Sache

 

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(Literarische) Spannungsfelder

Ich möchte an dieser Stelle kurzgefasst auf eine zunehmend umfangreiche Auswahl an Büchern hinweisen, die im Onlinestore der/s Agentur + Verlages für alternative (Genuss)Kultur „Outbird“ erhältlich sind und mit eigener Handschrift nach des Lesers Pulsschlag greifen: neben Werken von Musikerlegenden wie Joy Divisions Ex-Sänger Ian Curtis („So This Is Permanence„), Nick Cave („Der Tod des Bunny Munroe„, The Sick Back Song„), Rio Reiser („König von Deutschland„), Courtney Love („Dirty Blond„), aber auch Sandow („30 Jahre zwischen Harmonie und Zerstörung„) und einer Auswahl des „Die Art“-Sängers H. Makarius Oley

…findet sich Literatur um Beat, Aus/fbruch, Revolution und der Kälte der High Society von beispielsweise Ernesto Che Guevara, Charles Bukowski, Jack Kerouac, Bret Easton Ellis, aber auch Neuzeitperlen wie Heinz Strunk, dem Enfant Terrible der Forensik Mark Benecke, Dirk Bernemann, der multikreativen Workaholicerin Bianca Stücker, dem Weltenwanderer Michael Schweßinger, Benjamin Schmidt (und, und, und…)… und wessen Herzblut fantastischen Nischen gehört, der wird mit dem obskuren „INSIDE Artzine“ oder dem fundierten cineastischen Rückblick „35mm Retro-Filmmagazin“ garantiert fündig…

Und – last, but not least – wessen Vorlieben auf Hörbüchern liegen, dem empfehle ich – nicht zuletzt aus der Tonschmiede des preisgekrönten Hörbuchautoren Kai Grehn – vertonte Legenden wie Charles Baudelaire, Henry David Thoreau, Jack London, Walt Whitman, Mark Twain oder William S. Burroughs (um nur diese Auswahl zu nennen)…

Empfehlung(en)!

(Und wer eine größere Auswahl wünscht: im besagten Shop gibt es unter anderem auch Ledertaschen, Holzmasken, Schmuck, Räucherwaren u. v. m….)

 

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Borderline – ein Gleichnis

Aufmerksame Leser* meines Blogs wissen um mein Interesse an den Ausprägungen der menschlichen Psyche (wie beispielsweise Autismus, Borderline, Hochsensibilität oder Synästhesie), die im Miteinander überwiegend als „unnormal“ bewertet und abgetan werden. Oder, dass ich Zitate mitunter für tiefweise und brillante Gleichnisgeber halte. Ein vortreffliches Gleichnis – als Ergänzung zum Wikipedia-Eintrag – ist dieses Zitat zu Borderline, welches anstelle von Klischees ein besseres Verständnis ermöglicht und als idealer Diskussionsansatz – gern auch auf diesem Blog – dienen kann:

„Wenn sie sich vorstellen, dass unser emotionales System wie ein Pferd ist, dann sitzen die Menschen im Allgemeinen auf einem Ackergaul. Relativ robust, zuverlässig und stabil. Personen mit einer Borderline-Störung hingegen sitzen auf einem Araberhengst. Er geht leicht durch, reagiert äußerst empfindlich auf jedwede Außenreize. Er hat ein starkes Temperament und ist nur schwer zu bändigen. Das heißt, die Betroffenen benötigen nicht nur eine Menge an spezifischen Fähigkeiten, sie müssen auch ausdauernd und intensiv trainieren.“

(Quelle: M. Bohus + M. Wolf-Arehult)

*Gemeint sind – selbstverständlich – immer alle Geschlechter.
 

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Vom Loslassen

Ich hatte vor einiger Zeit den Beitrag „Zurück ins Private“ gepostet und bemerke gerade, dass vom damaligen Schritt zum heutigen Ist bereits eineinhalb weitere Jahre vergangen sind. Ich habe diesen Blog immer freigehalten von meinem Engagement, weil ich ihn als persönliche Website und als Schutzzone vor negativen Energien verstanden habe und verstehe. Keine Politik, keine Themen, die Spaltung, Schmerz und Schuldzuweisungen in sich tragen.

Da ich allerdings mit meinem gestrigen Austritt aus dem von mir aufgebauten „Gleichmaß e V.“ einen wichtigen Lebensschritt gegangen bin und gehe, möchte ich an dieser Stelle – vielleicht um zukünftige Fehleinschätzungen oder Einbeziehungsversuche meiner Person gegenüber zu vermeiden, vielleicht um mich und die Situation hinter meinem damit beendeten Engagement besser zu verstehen – mein als Rundmail verschicktes Abschiedsschreiben leicht gekürzt hier hinterlegen:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützer, Freunde und Familie,

mit der heutigen Rundmail möchte ich mich aus der Vereinsarbeit und Mitgliedschaft beim Gleichmaß e. V. verabschieden.

Es sind fast genau zehn Jahre vom ersten Selbsthilfe-Engagement bis heute, in denen ich für die Leitung und / oder Gesamtkoordination dieser Initiative verantwortlich war. In dieser Zeit haben wir eine Wanderausstellung organisiert, zwei Anthologien veröffentlicht, eine Lesung, einen Film- und zahlreiche Gesprächsabende organisiert, das Männerberatungsnetzwerk aufgebaut, die Gewaltschutzwohnung für Männer in Gera – zunächst für ein modellhaftes Jahr – eröffnet und im Hintergrund unzählige Gespräche geführt.

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16 Kommentare

Verfasst von - März 30, 2017 in In eigener Sache

 

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