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Borderline – ein Gleichnis

21 Apr

Aufmerksame Leser* meines Blogs wissen um mein Interesse an den Ausprägungen der menschlichen Psyche (wie beispielsweise Autismus, Borderline, Hochsensibilität oder Synästhesie), die im Miteinander überwiegend als „unnormal“ bewertet und abgetan werden. Oder, dass ich Zitate mitunter für tiefweise und brillante Gleichnisgeber halte. Ein vortreffliches Gleichnis – als Ergänzung zum Wikipedia-Eintrag – ist dieses Zitat zu Borderline, welches anstelle von Klischees ein besseres Verständnis ermöglicht und als idealer Diskussionsansatz – gern auch auf diesem Blog – dienen kann:

„Wenn sie sich vorstellen, dass unser emotionales System wie ein Pferd ist, dann sitzen die Menschen im Allgemeinen auf einem Ackergaul. Relativ robust, zuverlässig und stabil. Personen mit einer Borderline-Störung hingegen sitzen auf einem Araberhengst. Er geht leicht durch, reagiert äußerst empfindlich auf jedwede Außenreize. Er hat ein starkes Temperament und ist nur schwer zu bändigen. Das heißt, die Betroffenen benötigen nicht nur eine Menge an spezifischen Fähigkeiten, sie müssen auch ausdauernd und intensiv trainieren.“

(Quelle: M. Bohus + M. Wolf-Arehult)

*Gemeint sind – selbstverständlich – immer alle Geschlechter.
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8 Antworten zu “Borderline – ein Gleichnis

  1. Christiane

    April 21, 2017 at 7:00 am

    Darf ich fragen, ob das wirklich nur ein spezifisches Zitat für Borderline ist? Mir kommt es so vor, als ob es auf jeden übertragbar wäre, dessen Psyche irgendwie vom „Ackergaul“ abweicht. Okay vielleicht nicht immer so extrovertiert.
    Aber interessant, danke.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

     
    • Tristan Rosenkranz

      April 21, 2017 at 8:28 am

      Interessanter Denkanstoß von Dir, aber es ist tatsächlich auf Borderliner zugeschnitten. Und natürlich kann man es problemlos auch auf andere psychisch „abweichende“ Charaktere anwenden, Autisten zum Beispiel…

      Dir ebenfalls sonnige Grüße…

      Gefällt 1 Person

       
  2. hikeonart

    April 21, 2017 at 7:49 am

    Das ist eine gute Erklärung. Dazu malte ich einmal ein Bild (für eine Ausstellung zum Thema Gewalt). Falls es dich interessiert unter Schlagwort „Emotionen“ und es freut mich, dass es zu passen scheint. Für viele Sachen fehlt uns ein Verständnis und solche Bilder können ein bisschen Licht ins Dunkel bringen (wenn man es möchte). Liebe Grüße, Heike

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      April 21, 2017 at 8:29 am

      Ja, das stimmt. Mitunter hilft so ein Gleichnis in wenigen Worten, besser zu verstehen…

      Liebe Grüße aus Ostthüringen…

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  3. roerainrunner

    April 21, 2017 at 9:55 am

    Die Psyche, die Psyche… 😀
    Ich frage mich manchmal, ob es hilft, die Namen irgendwelcher Psycho-Krankheiten benennen zu können. Vor allem frage ich mich, ob es den Betroffenen hilft. Vor allem dann, wenn es sowieso keine Heilung gibt. Zwischen „Das ist eben so ein Charakter“ und „Der ist geistig krank“ ist’s eben nur eine Diagnose.
    Manchem hilft es vielleicht, sich besser zu verstehen, andere nutzen es als Ausrede für Unzulänglichkeiten, geben sich auf, sagen „Ich kann’s eh nicht, ich bin ja krank.“
    Und ja, ich gebe zu, ich habe das Gefühl, heutzutage „will“ jeder etwas haben, um als besonders zu gelten. Um nicht im Einheitsbrei der Menschen unterzugehen und nicht sagen zu müssen „Ich bin nur einer von 7,4 Mrd. und ich bin eigentlich total unwichtig.“

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    • Tristan Rosenkranz

      April 21, 2017 at 10:06 am

      Naja, nun…hmm… ich verstehe Deinen Ansatz sehr gut, habe oft selbst Gespräche dazu, ob Kategorien und Schubladen helfen, zumal jeder Mensch anders veranlagt ist, liebt, Schmerz empfindet, leidet, zerreißt, was auch immer… aber es hilft eben doch auch, Hilfe zu organisieren, wenn man das Problem zuordnen kann. Therapien greifen besser, wenn Patient X nicht bei Ärztin XY landet, die vielleicht gar keine Ahnung vom Thema hat (gibt es ja tatsächlich nicht selten, wird aber selten eingestanden). Und natürlich ist es auch ein ganz wesentlicher Faktor, ob jemand selbst sich heilen will oder nur als Opfer sieht und quasi alle Verantwortung und Selbstfähigkeit aus der Hand gibt… Ich merke schon, man kann dazu lange und spannend diskutieren…

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      • roerainrunner

        April 21, 2017 at 10:09 am

        Das meinte ich mit „unheilbar“: Es gibt Psychische Krankheiten, die heilbar, therapierbar sind. Oder mit denen man lernen kann, umzugehen. Es gibt aber auch Sachen, die sind „einfach da“. Ob es da hilft, den Namen zu kennen? Vielleicht fühlt man sich sogar unwohl, ausgegrenzt, denn „krank“ ist ja auch negativ besetzt. Man ist nicht gesund, nicht „korrekt“, irgendwie kaputt, eben krank.
        Schlimm vor allem, wenn falsche Diagnosen gestellt werden…

        Gefällt 2 Personen

         
      • Tristan Rosenkranz

        April 21, 2017 at 10:13 am

        Da sprichst Du einen wichtigen Punkt an: es gibt eine Therapieform und ein Skills-Programm für Borderliner, welches eine hohe Heilungsquote mit der richtigen Therapie und (geführten) Selbstarbeit verspricht. Und es gibt Therapeuten, die meinen, so etwas sei niemals heilbar.

        Gefällt 2 Personen

         

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