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Michael Schweßinger | Beim Esel links

09 Mrz

„Ich hatte meine Biographie über die Jahre mit einigen psychoaktiven Frauen angereichert. Eine nette Sammlung von Borderlinern, Multiplen, Bipolaren, wenn man bei der Fremdbenennung durch die Heiler bleiben wollte. In Wahrheit verbargen sich dahinter herausragende Individuen, die einem unbekannte Perspektiven auf das Leben schenkten, auch wenn man nach so einer Beziehung erst einmal fix und fertig war. Ich hatte mittlerweile ein gutes Frühwarnsystem entwickelt, was gefährliche Frauen betraf, allerdings stellte ich es meistens wie einen lästigen Wecker ab, wenn der Alarm ertönte.

[..]

Spiegelblicken folgten gewöhnlich Häutungen in dieser hautlosen Phase, in der sich das Neue bildet und sich das Alte abstreift, war man ungeschützt gegen alle Emotionseinbrüche, schon kleinste Assoziationen konnten einen in Abgründe reißen, von denen man sich wochenlang nicht erholte oder banale Nichtigkeiten zu aufbrausender Aggressivität führten.“

Aus: „Beim Esel links“ – eine Roadnovelle

Michael Schweßinger on Tour: bitte hier entlang.

Bildnachweis: Christian Haubold

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29 Antworten zu “Michael Schweßinger | Beim Esel links

  1. karfunkelfee

    März 9, 2017 at 7:36 am

    Psycho-aktive Frauen…
    Das erheitert mich jetzt für den Rest des Tages. Vor allem wenn ich mir dabei vorstelle wie psycho-passiv geht, nämlich gar nicht…das wären im Umkehrschluss langweilige Schlaftabletten….😉

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  2. karfunkelfee

    März 9, 2017 at 7:54 am

    Na ja…andererseits sind es solche Frauen, die Männer zum Schreiben anregen. Das wusste er und wählte das Abenteuer…😉

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    • Tristan Rosenkranz

      März 9, 2017 at 7:57 am

      Am Anfang weiß man gar nichts, später fliegt man wie die Motte imns Feuer…vermutlich… aber ja, ohne psychoaktive Gegenparts wäre die Weltliteratur und -kunst sicher sehr viel ärmer…

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      • karfunkelfee

        März 9, 2017 at 8:05 am

        Es ist eine Herausforderung mit einem solchen Menschen zu leben, ja. Vor allem mit den unbewussten ist es schwierig wenn nicht unmöglich. Die Bewussten unter ihnen können allerdings überaus bereichernde Menschen sein. Sie schöpfen das Leben voll aus und das macht sie so faszinierend. Beispiel Bipolar: das ist ein Geschenk!!!
        Man muss es nur annehmen können und als solches betrachten. Dann kann es andere auch bereichern.

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      • Tristan Rosenkranz

        März 9, 2017 at 9:36 am

        Ich las zuerst „berechnende“…ja, bereichernd können solche Menschen auch sein, das stimmt absolut, jedenfalls in positiven Gefilden der Zwischenmenschlichkeit…

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      • karfunkelfee

        März 9, 2017 at 9:38 am

        Berechnung passt eher in das soziopathische Profil…😉

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      • Tristan Rosenkranz

        März 9, 2017 at 9:40 am

        …und manchmal verschwimmen die Grenzen… 😉

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      • karfunkelfee

        März 9, 2017 at 9:43 am

        ..sind die Grenzen nicht immer schwimmend…? Ich finde die gängigen Bilder stets ergänzungswürdig. Borderline zum Beispiel. Ein Schreckwort, das generalisiert. Ich lehne ein solches Schubladendenken ab.

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      • Tristan Rosenkranz

        März 9, 2017 at 9:48 am

        Hinter Borderline verbirgt sich schon auch viel Leid. Aber natürlich hat alles Licht und Schatten…

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      • karfunkelfee

        März 9, 2017 at 9:53 am

        Man kann was dagegen machen…und das ist wichtig. Doch wieviel ärmer wäre die Literatur ohne die großartige Betty Blue…? Das Buch hat mich umgehauen in seiner Intensität. Hier geht es um Beides: das untröstliche Leid zu sein und die Gnade es zu dürfen und zu leiden für den Rausch. Was ist Borderline? Ein Klischee das Menschen wie Vieh pfercht.

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      • Tristan Rosenkranz

        März 9, 2017 at 10:18 am

        Das ist es ja genau, was ich meine: mit viel Tiefe sind oft auch die künstlerischen Griffe zu den Sternen möglich… und klar: die Einen halten Borderline für eine zu enge Schablone, die Anderen für einen Namen, der Leid verstehbar macht…

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    • Der Krieger des Lichts ن

      März 15, 2017 at 5:38 pm

      Liebe, karfunkelfee, da möchte ich mich als bipolar veranlagter Mensch bedanken: ich bin ein Segen und Geschenk für den Kosmos 😛 Hallelujah……

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      • Tristan Rosenkranz

        März 15, 2017 at 6:03 pm

        Klingt nach einem Offenbarungseid… 🙂

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      • karfunkelfee

        März 15, 2017 at 6:06 pm

        Nu ja, das klingt ja geradezu himmelhoch jauchzend. Doch Vorsicht. Zu Tode betrübt kann immer mal auf dem Fuße folgen. Wer also gern von hohen Bergen stürzt, fällt in der Folge auch gern tief…Luja…😉

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      • Der Krieger des Lichts ن

        März 15, 2017 at 6:09 pm

        Das ist zweifellos ein Naturgesetz: wer Berge besteigen möchte, muss auch wieder ins Tal hinab. Dann kann man sich erholen und den nächsten Gipfel ins Visier nehmen 😉 mit „Krankheit“ hat das nichts zu tun; die Polarität liegt in der Natur des ganzen Universums verborgen. Die Bewegung des „Tao“, yin und yang.

        Gruß,
        Mark 😉

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      • Tristan Rosenkranz

        März 15, 2017 at 6:12 pm

        Ich muss in solchen Gesprächen immer wieder daran denken, dass Schamanen in ihrer ‚Zugangs‘-Arbeit nichts anderes in sich und austragen als vermeintlich Schizophrene…

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      • karfunkelfee

        März 15, 2017 at 6:50 pm

        Ich hatte einen sehr guten Freund, überaus intelligent, Hochbegabt im Zeichnen, und am Klavier. Ein geborener Entertainer wenn es ihm gut ging…
        Während der Schübe wies er sich selbst stationär ein oder bat uns Freunde ihn zum KH zu bringen…Lithium wirkte nur bedingt, es wurde jährlich schlimmer er bekam zuletzt Haldol….rannte nur noch im Kreis mit dem Zeuchs…war eine ausgeprägte Form der Schizophrenie und leider wurde er nicht alt.

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      • Tristan Rosenkranz

        März 15, 2017 at 9:20 pm

        Leider lässt sich wohl auch von der heutigen Pharma-Psychiatrie nicht vollumfänglich sagen, sie würde das Individuum und die Ursachen sehen, nicht immer nur Muster….

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      • karfunkelfee

        März 15, 2017 at 6:30 pm

        Genau so isses. Wer sagt hier was von krank nur weil er gern Berge klimmt?. Berge sind schon toll. Aber eben auch das Flachland. Und Polarität. Jo, auch universell abgenickt. Der eine mehr der andere weniger und manche gar nicht. Ein bisschen Bi…schadet nie…hihi…
        Freche Fee😎
        Lieben Gruß

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  3. Reiner

    März 9, 2017 at 9:00 am

    Wieso schreibt der aus meinem Leben ?! 🙂
    Haben wollen, das Buch …

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  4. roerainrunner

    März 9, 2017 at 8:14 pm

    Das ist in meinen Augen der Fehler, den viele Menschen machen: „Wäh, wieso sind alle Männer/Frauen so [Eigenschaft einfügen].“ Sind sie nicht. Wenn man aber viele Partner einer bestimmten Art hatte, sollte man sich selbst fragen, ob man ggf. ein bestimmtes Beuteschema hat. Menschen, die psychisch völlig desolate Persönlichkeiten bevorzugen, sind meist selbst mit einer psychischen Krankheit geschlagen und glauben, nur in einem psychisch kranken Partner das notwendige Verständnis für die eigene Situation zu finden. Tatsache ist aber, dass geteiltes Leid nicht halbes, sondern doppeltes Leid ist: irgendwer ist immer down. Deswegen ist man nach so einer Beziehung auch total fertig und braucht meist erstmal eine Therapie…
    Es hilft, eine zeitlang alleine zu sein und mit sich selbst auskommen zu müssen. Nur, wer das beherrscht und mit sich im Reinen ist, wird auch eine vernünftige Partnerwahl treffen. Alles andere ist nur die verzweifelte Suche nach jemanden, der das tut, was man selbst nicht schaffen: einem das Glück zu schenken. Wieso aber sollten andere das beherrschen, wenn es einem selbst – wo man sich doch am besten kennen müsste – nie gelungen ist…

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    • Tristan Rosenkranz

      März 10, 2017 at 7:07 am

      Nun ja, dass es solche Persönlichkeitsstörungen gibt, teils massiv ausgeprägt, ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings stimme ich Dir zu, dass Menschen ja universellen Gesetzen zufolge meist anziehen, was sie selbst in sich tragen, sei es schlechtes Umfeld, seien es psychisch kranke Personen… Die vernünftige Partnerwahl hängt in dem Zusammenhang denke ich stark mit der eigenen Reflektion und Weiterentwicklung zusammen…

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      • roerainrunner

        März 10, 2017 at 8:07 am

        Die Frage ist, ob man die Partnerwahl aktiv beeinflussen kann?
        Ich glaube, es gibt Menschen, die wissen, dass sie ein „gefährliches“ Beuteschema haben. Aber was kann man schon gegen Gefühle und Pheromone unternehmen 😉

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      • Tristan Rosenkranz

        März 10, 2017 at 8:30 am

        Die Frage ist auch, inwieweit man seine inneren Krater wirksam glätten kann… 🙂

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    • karfunkelfee

      März 15, 2017 at 6:31 pm

      👌✨

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  5. Der Krieger des Lichts ن

    März 15, 2017 at 5:33 pm

    Sehr amüsant 😀

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