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Schwarze Materie

06 Okt

Kennst Du dieses Reißen? Dieses urplötzlich zwischen all den (b)rennenden Tagen auftauchende Untief? Dieses untröstbare, unhaltbare Gefühl der Randlosigkeit? Dieses Fallenlassenwollen? Dieses schwarze Nichts hinter der letzten Kurve? Diese regennassen Scheinwerferschlieren, die Dich blind machen?

Kennst Du dieses Gefühl des Hinabsinkens in modrige Blüten innerer Abgründe, während Leonard Cohen aus den Boxen quillt? Kennst Du dieses Gefühl der Gefahr und der Sucht, welches einem Raubtier gleich, hinter all den Sonnentagen, Deine Halsschlagader ritzt? Spürst Du die Suppe der Traurigkeit, wie sie aus Dir herauspumpt, ohne dass Du die Chance eines Verstehens hättest?

Kennst Du die Schönheit dunkler Blüten, ohne Dich darin zu verlieren? Kennst Du eine Antwort auf all diese Fragen?
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12 Kommentare

Verfasst von - Oktober 6, 2016 in Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

12 Antworten zu “Schwarze Materie

  1. Heidrun Regina

    Oktober 6, 2016 at 8:08 am

    Lieber Tristan,

    vielleicht sind wir Menschen Grenzgänger, die bis in alle Tiefen fühlen wollen, was es zu fühlen gibt?

    * S T I L L E *

    Nun, manche behaupten, dass die Erde der einzige Planet ist, um eine riesige Bandbreite an Gefühlen zu erleben. Dafür scheint er als Inkarnationsort sehr begehrt zu sein. 😉 Ob das stimmt, kann ich dir nicht sagen. Doch als Denkmodell sich vorzustellen, welch „Armut“ es bedeuten kann, z. B. nur 5 klare Gefühle wahrnehmen zu können…. lässt einen wieder sehr zu-FRIEDEN auf den eigenen Gefühlshaushalt blicken.
    Es ist eben eine Frage der Perspektive und der Bewertung.

    Du kannst jedenfalls wunderbar all die Nuancen fühlen und auch noch farbig und schwarz benennen. Was für eine Gabe!

    Und wenn dieses Fallen in die unendlichen Weiten auf dem Papier festgehalten wird, dann schiebt sich sanft ein Boden darunter. Es ist, als würde alles Hin- und Hergeworfen- Werden plötzlich von einer Liebe berührt, die ordnet und klärt.

    Herzliche Grüße
    Heidrun

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      Oktober 6, 2016 at 8:19 am

      Ich kam neulich erst zu der nur halb ernstgemeinten Auffassung, ich bestünde aus 1500 Gefühlen. Okay, vielleicht sind es ein paar weniger, aber sie versuchen sich gern in exotischen Mixtouren… Aber nur FÜNF Gefühle? Das wirft die Frage auf, wie weit wir uns in fortschreitender Sensiblisierung von unseren Urgefühlen entfernen bzw verästeln… sehr spannendes Thema… Nur ist es, um auf meinen Text anzusprechen, kein „fühlen wollen“, manches passiert einfach und man kann sich dem nur hingeben und es nicht zu beeinflussen versuchen, also weder forcieren noch blockieren… keine leichte Übung…

      Und hinter allem steckt… universelle Liebe?

      Viele liebe Grüße 🙂

      Gefällt mir

       
      • Heidrun Regina

        Oktober 6, 2016 at 12:09 pm

        … dass solche Gefühle angenehm und gerne geladene Gäste sind, würde ich keineswegs behaupten. Sie PASSIEREN, im Sinne von ziehen durchs Wahrnehmungsfeld und dann haben wir damit zu tun, wie du es beschrieben hast. Das ist „Innen-Arbeit“ vom Feinsten. Puh!

        Was ich beim Schreiben erlebe, wenn ich solche Gefühle z. B. dem Tagebuch anvertraue, ist dieses Sich-Ordnen in all dem Gefühls-Chaos. Ich werde ruhiger, atme tiefer… Diesen heilsamen Prozess des Schreibens erlebe ich als Zufluss von Liebe.

        Deine Frage betrifft wohl eher die HERKUNFT dieser Gefühle. Schickt uns universelle Liebe so etwas?

        Hm……… das weiß ich nicht. Es wäre mal einen Versuch Wert, darüber einen schriftlichen Dialog mit der eigenen Seele zu führen. Vielleicht schenkt sie dir/mir eine Antwort?

        Wo diese Gefühle hin wollen, ist leichter zu beantworten: In die Liebe! (…weil in dieser Evolution letztendlich alles in die Liebe finden will…)
        Sie zu rufen, dass sie sich durch das verdichtete Erfahrungsfeld webt und auf ihre Mithilfe zu VERTRAUEN dürfen wir wohl lebenslange üben.

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      • Tristan Rosenkranz

        Oktober 6, 2016 at 4:00 pm

        Das klingt auf jeden Fall nach einem lohnenswerten Experiment, mit der eigenen Seele zu kommunizieren… Und apropos schicken… ich weiß es nicht, wir reden ja von Intuition und damit oftmals etwas scheinbar Theoretischem… die Seele ist rein, denke ich, aber das Menschliche, die Niederungen in und zwischen uns, die vielen falschen Glaubenssätze, vielleicht manchmal auch „einfach nur“ Eruptionen der Sonne oder irdische Bewegungen verursachen Aufladungen, Reibungen… und manchmal denke ich, dass das nur wenige so verstehen, wie es gemeint ist…

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  2. Mirijgold

    Oktober 6, 2016 at 9:34 am

    Suppe der Traurigkeit.. Deine feinen Zeilen erinnern mich an die Wehmut, die ich einst verspürte, als ich die Vorschule verließ. Es war ein seltsames Gefühl, das ich nicht beschreiben kann.

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  3. Reiner

    Oktober 6, 2016 at 10:58 am

    Melancholie, Trauer, Leere, Gier …
    Wieder Auftauchen ist wichtig.
    Und – Nein, verstehen kann man all dies nicht 😉

    Schön beschrieben!

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  4. Alice Wunder

    Oktober 6, 2016 at 1:38 pm

    Nee, dieses alles kenn‘ ich nun überhaupt nicht. Bei mir isses eher so eine permanente Ungeduld. Das Versinken im Augenblick dauert mir immer zu lange. Ich schau immer schon nach dem übernächsten.

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    • Tristan Rosenkranz

      Oktober 6, 2016 at 4:01 pm

      Naja, ausharren ist ja nun auch nicht so ganz mein persönliches Lebenskonzept, wenn allerdings die Zeit dafür ist und Gefühle ihre Zeit brauchen und das beides zusammenpasst, dann kann daraus auch mal eine Halbnacht bei Musik und Rotwein werden…

      Gefällt 1 Person

       
  5. gkazakou

    Oktober 6, 2016 at 1:45 pm

    weg ist der Kommentar – fiel ins schwarze Loch. Wenn es mir selbst passiert, dass ich ins schwarze Loch falle, halte ich mich an Baron Münchhausen. Den nötigen Haarschopf besitze ich. Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

     

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