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David Servan-Schreiber | Angst

18 Jul

„Doktor LeDoux und seine Mitarbeiter […] haben herausgefunden, dass die Spur der Angst im emotionalen Gehirn unauslöschbar bleibt. […] LeDoux spricht auch von der Unauslöschlichkeit emotionaler Erinnerungen. […] Überträgt man diese Erkenntnisse [aus der Forschung an Ratten, d. Verf.] auf den Menschen, versteht man, wie Narben im emotionalen Gehirn über Jahre hinweg erhalten bleiben und sich auch jederzeit wieder bemerkbar machen können.

[…]

In der Tat scheinen die Narben sich in unserem emotionalen Gehirn bemerkbar zu machen, sobald die Wachsamkeit unseres kognitiven Gehirns und seine Kontrollfähigkeit auch nur vorübergehend nachlassen: wenn wir Alkohol trinken, Drogen nehmen, sehr müde oder durch andere Dinge so abgelenkt sind, so dass wir die Kontrolle über die unserem limbischen System eingeprägte Angst verlieren. Solche Zustände „entkoppeln“ das kognitive und das emotionale Gehirn, wenn traumatische Ereignisse Narben hinterlassen haben: Beide Teile des Gehirns streben in unterschiedliche Richtungen und finden keinen Weg, Gegenwart und Vergangenheit in ein harmonisches Muster zu bringen.“

Buchzitat aus „Die Neue Medizin der Emotionen“

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14 Antworten zu “David Servan-Schreiber | Angst

  1. Heidrun Regina

    Juli 18, 2016 at 8:09 am

    Wir haben immer die Wahl, WEM wir WAS glauben.
    Ein Forscher erfährt Ergebnisse nach SEINEM Glauben.

    Was wäre, wenn wir glauben, dass eine höhere Schwingung eine niedrigere transformiert?
    Wenn wir glauben, dass alles möglich ist?

    Welche Wahl würden wir dann treffen?
    … und was würden wir dann erfahren?

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    • Tristan Rosenkranz

      Juli 18, 2016 at 9:31 am

      Liebe Heidrun, ich gebe Dir Recht. Aber diese „Technologie“ (bzw dieses Handwerkszeug) des Überschreibens alter mit neuen, positiven Spuren ist bislang noch einem nur eng begrenzten Kreis zugänglich. Der Verstand mag wissen, wie es funktioniert, die Rückfälle sprechen da sicher eine noch andere Sprache… denn auch Schwingungen muss man erst erreichen und der Weg dahin…ist sicher eine Herausforderung…

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      • Heidrun Regina

        Juli 18, 2016 at 9:11 pm

        Meine Erfahrung ist die: „Wenn der Glaube daran da ist, dass eine Angst überwunden werden kann, dann öffnet sich auch der Weg dafür.“
        Manchmal braucht es viel Geduld und Vertrauen…

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      • Tristan Rosenkranz

        Juli 19, 2016 at 6:31 am

        Geduld, Vertrauen und eine Rückbesinnung bzw -führung zu intuitivem, ganzheitlichen Wissen…

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  2. gkazakou

    Juli 18, 2016 at 8:39 am

    wenngleich mich die Wortprägung „emotionales Gehirn“ nicht befriedigt, in der Sache liegt der Autor wohl richtig. Das Bewusstsein ist die einzige Waffe gegen tiefliegende Traumata, und wenn es getrübt wird, spielen die alten Informationen verrückt.

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    • Tristan Rosenkranz

      Juli 18, 2016 at 9:32 am

      Das Bewusstsein ist leider so leicht antriggerbar, dass mitunter kleinste Schnipsel aus dem Alltag reichen. Ob ein falsches Wort oder ein vertrauter Ort..

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  3. Anhora

    Juli 18, 2016 at 7:08 pm

    Ich glaube, dass Angst natürlich an emotionale Traumatisierungen gekoppelt ist. Traumatisierungen lassen sich aber behandeln oder zumindest auf ein niedrigeres Niveau bringen. Dann hat man sich auch unter Belastung noch besser unter Kontrolle als zuvor, das Leben wird leichter. Die Aussage „Du hast das und das erlebt und die damit verbundene Angst bleibt dir jetzt“ nehme ich nicht einfach so hin und ist auch nicht meine Erfahrung.

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    • Tristan Rosenkranz

      Juli 18, 2016 at 7:33 pm

      Er schreibt ja auch (und ich glaube ihm), dass Therapeuten eigentlich wissen, dass Reden alleine – und im Gegensatz zu Körperarbeit etc. – nichts ändert (und dennoch ist es weitverbreitete Methode)…

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      • Anhora

        Juli 18, 2016 at 8:14 pm

        Also Körperarbeit zur Traumabewältigung kenn ich jetzt nicht, aber es wird schon seine Berechtigung haben. Reden ist aber auch nicht ganz falsch, es kann schon etwas ändern. 😉

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      • Tristan Rosenkranz

        Juli 18, 2016 at 8:15 pm

        Definitiv, aber es kann eben auch retraumatisieren… gut, Körperarbeit kann das auch, sicher ist es wie so oft die Mischung, die es macht… bzw die Dosis, die das ‚Gift‘ macht.

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      • Anhora

        Juli 19, 2016 at 8:01 pm

        Da hast du Recht. Was beim einen passt, kann beim andern falsch sein. Das ist eben die Kunst der Psychotherapie, die richtige Vorgehensweise zu erkennen. Aber auch Therapeuten sind Menschen, Patienten auch, und manchmal läuft alles anders als geplant. Such is life. 😉

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      • Tristan Rosenkranz

        Juli 19, 2016 at 8:09 pm

        Zustimmung plus dämmernde Abendgrüße 🙂

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  4. Reiner

    Juli 20, 2016 at 7:24 am

    Gekauft … Danke für den Tipp.

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