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David Servan-Schreiber | Unterdrückung von Gefühlen

22 Jun

„Die Kontrolle von Gefühlen durch das Denken ist […] eine zweischneidige Angelegenheit: kommt sie allzu oft zum Zug, verliert man möglicherweise die Fähigkeit, die Hilferufe des emotionales Gehirns zu hören.

[…]

Bei Leuten mit intaktem Gehirn kann […] schon eine Neigung zur Unterdrückung von Gefühlen massive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Durch eine Trennung von Denk- und Gefühlsapparat können wir die Fähigkeit verlieren, die kleinen Alarmsignale unseres limbischen Systems wahrzunehmen. Ständig finden wir tausend Gründe, nicht aus einer Ehe oder aus einem Beruf auszubrechen, unter denen wir in Wirklichkeit leiden, weil wir tagtäglich unseren innersten Werten Gewalt antun. […] Da der Körper das wichtigste Betätigungsfeld des emotionalen Gehirns ist, äußert diese ausweglose Situation sich in körperlichen Problemen. Die Symptome sind die klassischen Stresskrankheiten: unerklärliche Müdigkeit, Bluthochdruck, Erkältungen, Herzkrankheiten, Magen-/Darmbeschwerden und Hautprobleme.“

Buchzitat aus „Die Neue Medizin der Emotionen“

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10 Antworten zu “David Servan-Schreiber | Unterdrückung von Gefühlen

  1. Reiner

    Juni 22, 2016 at 4:53 am

    Dagegen halten. Sinnhaftigkeit in den (Berufs-)Alltag bringen. Beziehungsmuster erkennen und aufbrechen (geht nur ab einem bestimmten Leidensdruck).

    Die Hälfte aller Fehler entsteht dadurch, dass wir denken sollten, wo wir fühlen, und dass wir fühlen sollten, wo wir denken.
    John Churton Collins

    Gruß aus dem Tal der Wupper!

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      Juni 22, 2016 at 4:56 am

      …wenn nicht sogar wesentlich mehr als die Hälfte der Fehler (oder Krankheiten – psychosomatisch -) dadurch entstehen… danke für dieses so wunderbar passende Zitat!

      Dir auch liebe Grüße 🙂

      Gefällt 1 Person

       
  2. karfunkelfee

    Juni 22, 2016 at 7:47 am

    Ganz schön klug!
    Kann ich so nur bestätigen.
    Vielleicht noch ergänzen:
    Gefühle können auch kontrolliert dem anderen offen gezeigt werden.
    Es müssen keine Teller durch die Luft gliegen um wem anders zu zeigen, dass man sauer ist.
    Wer sich dauerhaft in einer Beziehung in wesentlichen Bedürfnissen nicht wahrgenommen fühlt, vereinsamt, wird krank. Wer glaubt wesentlich Fehlendes durch etwas Anderes sublimieren zu können, weil die Macht langvertrauter Gewohnheit so herrlich bequem und die Verlustangst zu riesig ist, täuscht sich selbst und wird von sich selbst haushoch verraten werden. Und auf Hochverrat steht die Todesstrafe…😉

    Gefällt 2 Personen

     
    • Tristan Rosenkranz

      Juni 22, 2016 at 8:39 am

      Liebe Karfunkelfee, ich hätte es nicht treffendes ausdrücken können… und ja klar, Impulse kann und sollte man gewiss steuern, obwohl es dem einen mitunter so gar nicht gelingen mag, dem anderen fast nie ein Emotiönchen anzusehen ist…

      „Todesstrafe“ hieße übersetzt dann der Tod des gefühlten Lebens? 😉

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      • karfunkelfee

        Juni 22, 2016 at 12:00 pm

        …Todesstrafe…damit meine ich, dass man sich selbst unbeweglich macht, sich ausbremst…bei zu viel Zurückhaltung…Todesstrafe…das ist die Einsamkeit ohne den Mut, Dinge zu ändern…Todesstrafe, das ist das verbitterte und unverstandene, schließlich resigniert versteinerte Herz…Todesstrafe, das ist genuss- und freudlose Existenz …das Gegenteil von Leben…und zu leben…das sollte keine Strafe sein, sondern Lohn und Freude…

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      • Tristan Rosenkranz

        Juni 22, 2016 at 12:44 pm

        All diese Dinge, ich bin Dir dankbar für Deine Worte und Ausführungen, weil ich sie nur bestätigen kann…

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    • gkazakou

      Juni 22, 2016 at 12:36 pm

      Wahr, wahr. Und so hängt das Damoklesschwert unseres Selbstverrats über uns an einem dünnen Faden und schaukelt bei jedem Windhauch bedrohlicher.

      Gefällt 2 Personen

       
  3. Alice Wunder

    Juni 22, 2016 at 11:30 am

    Ein Mediziner sagte mir mal, die Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit oder Bluthochdruck seien eindeutig Meßbar unserer Arbeitswelt (wahrscheinlich auch dem kapitalistisch organisierten Beziehungsleben) geschuldet. Dauerstress und unterdrückte Wut treiben den Cortisolspiegel auf ein permanent ungesundes Niveau. Als Arzt kann er den Leuten nur nicht offen raten, den Chef anzubrüllen, wenn der wieder Blödsinn erzählt…

    Gefällt 1 Person

     

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