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Denkfrage

12 Jun

Wie wäre die Welt ohne Namen?

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14 Kommentare

Verfasst von - Juni 12, 2016 in Ganzheit + Bewusstsein

 

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14 Antworten zu “Denkfrage

  1. kosinsky

    Juni 12, 2016 at 10:48 am

    Ich vermute gerade:
    Je nach dem ob wir a) Namen bisher gehabt haben und dann verlören oder b) von vorneherein gar nicht gehabt hätten.
    Der homo taxonomicus (in und durch uns) müsste sich ändern oder wäre von vorneherein anders. Ohne Namen wäre Welt- und Kontext-Organisation vermutlich deutlich anders. Abgrenzungen und Symbole würden anders sein.
    Vielleicht wäre alles etwas fließender, weniger deutlich bestimmt.* Bestimmung ([re-]konstruierende Einteilung) ist ja gegenüber den Phänomenen ein- und abgrenzend und lässt diese leichter handhaben/zuordnen/einteilen/organisieren. Die Phänomene (u.a. wir als Menschen) werden damit gleichzeitig auf bestimmte Aspekte verkürzt und nicht als Ganzes wahrgenommen bzw. re-konstruiert. Sondern instrumentell (intentional) und unbewusst (natürliche — mehr oder weniger reflektierbare/variierbare — Wahrnehmungs-Vorfilterungen/Einteilungen, Muster etc.) so interpretiert, wie wir es — aus unserer jeweiligen Weltsicht — haben wollen bzw. es sich ergibt (Frage nach Determiniertheit unserer Weltinterpretationen und unseres Handelns, nach Emergenz und Musterabhängigkeit etc.).

    Unsere Weltinterpretationen als psychologische und soziologische Zurechtlegung (als gefühlt sichere/sinnhafte etc. Einteilung) der Welt und der verschiedenen Phänomene.
    Und (mit mehr oder weniger großem Anteil an Vorprägung, Abweichungspotenzial, Wahrscheinlichkeitsmustern, Pluralität): Wie es unsere vorstrukturierte Wahrnehmung und unsere Ordnungs-/Welteinteilungs-Bedürfnisse zulassen.

    ___
    * Vielleicht aber würde auch eine andere ebenfalls reduktionistische und (dadurch) funktional und soziologisch organisations-ermöglichende Ordnungskategorie anstatt der Namen entstehen.

    Gefällt 2 Personen

     
    • Tristan Rosenkranz

      Juni 12, 2016 at 12:40 pm

      Mehrere eigene wie auch aus Deinen Ausführungen resultierende Gedanken kommen mir…

      – dass Namen Menschen und Dinge eingrenzen und bisweilen an einer weiteren Wahrnehmung hindern…
      – dass Namen oftmals Grenzen setzen im Sinne von Bedeutung, Zuweisung oder „Nomen est Omen“…
      – dass beispielsweise Aborigines Sprache als eine Art Gefängnis wahrnehmen…
      – dass – ja, auch das glaube ich gerade – Sprache mit ihren Worten und eben Namen einer Klassifizierung und Aufspaltung Tür und Tor öffnen kann und öffnet…

      Gefällt 1 Person

       
      • roerainrunner

        Juni 19, 2016 at 12:37 pm

        Es gibt das Wort und es gibt seine Bedeutung. Das kann individuell sein, finde ich 🙂

        Gefällt 1 Person

         
      • Tristan Rosenkranz

        Juni 19, 2016 at 1:25 pm

        Könnte sich nicht eine ganz andere, weitgefasstere Bedeutung „entfalten“, wenn es kein Wort dafür gäbe?

        Gefällt mir

         
      • roerainrunner

        Juni 19, 2016 at 1:42 pm

        Wie willst du es aber dann jemandem erklären?
        Der eine sagt „Beziehung“ und meint damit monogame, enge, langjährige Ehe, der andere benutzt dasselbe Wort für offene, kurzfristige Verbindung. Irgendwie muss man Dinge ja erläutern. Worte und Namen sind dafür hilfreich, finde ich.

        Gefällt mir

         
      • Tristan Rosenkranz

        Juni 19, 2016 at 1:48 pm

        Sind sie! Sie können aber eben auch einengen… Je nach Perspektive 🙂

        Gefällt 1 Person

         
  2. kaetheknobloch

    Juni 19, 2016 at 3:40 pm

    Mmmmh, schwierig. Ohne die Benamsung wäre die Welt noch schwerer erklärbar, als sie ohnehin ist. Andererseits lockt mit der Unklassifizierung eine Einfachheit, die unendliche Möglichkeit in sich birgt…

    Und potzblitz habe ich eine anschauliche Erklärung meiner Worte für Dich:
    Mir fällt gerade der Name des Schiffshostels nicht ein, in dem wir in der Stadt die mit einer südlicher liegenden verglichen wird anhand des Flußes, an dem sie liegt; weilend gerne übernachten. Aber Du mußt in Deinem letzten Liebensplatzbild nur weiter rechterhand wandelnd und dann läufst Du direkt drauf zu. Nein, nicht auf die Namensgeberstadt, auf das Schiffshostel.
    Ähem, klingt kompliziert, aber spannend…

    Nachflanierende Grüße, Deine Käthe.

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    • Tristan Rosenkranz

      Juni 19, 2016 at 3:48 pm

      Die Einfachheit unendlicher Möglichkeiten hat was von unendlicher Romantik, meine hochverehrte Käthe… und ohne Namen…nun ja, vielleicht lebten wir dann instinktiver, intuitiver? Wer weiß… Was allerdings Dein wörtliches Städtesuchbild für eine Stadt beinhaltet, hmmm….ich will einfach nicht dahinter kommen…

      Sonntagssonnige Fastabendgrüße 🙂
      Tristan

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      • kaetheknobloch

        Juni 19, 2016 at 4:16 pm

        Unendliche Romantik, zumindest ist es lohnenswert jeden Tag wenigstens ein Stäubchen davon zu erhaschen…

        Mein Städtebenamsbild war selbst für mich im nachhinein zu quer, ich stäube mal ein wenig glückliche Erinnerungen darüber:

        Dein Photo ist von der Neustadtseite aufgenommen. Da flaniert man entlang zur Elbbühne oder über die Brücke zur Altstadt hin, wenn man in dem Hostel übernachtet, welches in einem Totarm der Elbe festgemacht ist. Die umgangssprachlich vergleichende Stadt liegt in Italien…

        Erinnerungsschwangere Grüße, Deine Käthe, seufzromantisch nun.

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      • Tristan Rosenkranz

        Juni 19, 2016 at 7:57 pm

        Ach doch! Hatte ich doch sofort die richtige innere (Bauch)Information und wusste, um was es geht… ich liiiiebe die Neustadt und – überhaupt – da auf beiden Uferseiten Zeit zu vertrödeln…

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      • kaetheknobloch

        Juni 20, 2016 at 1:38 pm

        „Pöppelmann“! Mal eine ganz andere Art zu übernachten, wir lieben es! Ich flechte Dir mal den Link ein, vielleicht wäre das ja auch was für Dich.
        Sehnsüchtelnde Grüße, Deine Käthe.

        http://schiffsherberge.de/

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      • Tristan Rosenkranz

        Juni 20, 2016 at 8:13 pm

        …bei einem solchen Tipp setzt doch unvermittelt Herzschmelze ein, hochgeschätzte Frau Käthe! Sehnsuchtsteilendes Dankeschön 🙂

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      • kaetheknobloch

        Juni 21, 2016 at 1:26 pm

        Geteilte Herzschmelze! Fetzt!
        Sowasvongern geschehen, lieber Tristan, ich liebe außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und teile sie gerne mit Famosmenschen…
        Verträumte Nachmittsommernachtsgrüße, Deine Käthe.

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      • Tristan Rosenkranz

        Juni 21, 2016 at 2:02 pm

        Geteilte Herzschmelze fetzt ebenso wie die Lebenserhaltung des Wörtchens „fetzt“, liebe Käthe… gewittersonnige Grüße von hier zur Dir 🙂

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