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Psychoakustik

09 Jun

Klang

„Töne und Klänge, ob Geräusche oder Musik haben eine starke Wirkung auf unser Denken und Handeln. Sie erzeugen Gefühle, Stimmungen, Ängste und Bedürfnisse. Sie steuern Kaufentscheidungen und Wertempfinden. Sie können zurückhaltend und begleitend, im Hintergrund oder auch deutlich wahrnehmbar im Vordergrund sein. Sie können sagen: „Fühl Dich wohl!“, „Hier bist Du gut aufgehoben.“ oder „Kauf mich!“. Sie können aber auch dazu führen, dass man ganz schnell wieder gehen möchte und das dann auch tut.

Hohe Pfeiftöne können uns nicht nur erschrecken und in die Flucht treiben, sondern uns geradewegs lähmen. Dies wird u.a. im Sicherheitsbereich z.B. in der Einbruchmeldetechnik genutzt. Musik mit viel Bass widerum verleiht Menschen ein Gefühl von Macht und kann das Selbstvertrauen stärken. Bestimmte Klänge beruhigen, andere Töne verschrecken. So auch beim Einkauf oder im Kundengespräch: Psychoakustische Zusammenhänge sind deutlich mit verantwortlich für das Kundenverhalten, das Kaufverhalten und den Erfolg von Beratungsgesprächen. Dies bezieht sich auf Töne und Klänge sowie Geräusche und/oder Musik an sich, ebenfalls aber auch auf die entsprechende Raumakustik.

Durch Töne, Klänge, Geräusche und Musik wird unsere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung ebenso gesteuert wie unser Empfinden. Dies beeinflusst unser Denken und dadurch wieder unser Verhalten.

[…]

Was wir wie und was wir wann hören, ist von vielen Faktoren abhängig.
Dazu zählen innere Faktoren (Erfahrungen, Stimmungen etc.) und äußere bzw. technische Faktoren (Temperatur, Raum, Abstrahlung etc.). Zwischen psychologischer Wahrnehmung und akustisch-technischen Gegebenheiten besteht eine wichtige Verbindung. So geht es z.B. in der Psychoakustik auch darum, den objektiv messbaren technischen Schallreiz mit der subjektiven Empfindung des Hörenden zu vergleichen, damit es zu einer Übereinstimmung des Gewünschten mit dem Empfangenen kommt.

Dass das, was gesendet wird, auch wirklich so ankommt wie es ist, ist nicht selbstverständlich und hängt von vielen Faktoren ab. Tatsächlich werden Klänge nur zu einem geringen Prozentsatz direkt von ihrem Ursprung zum Hörenden abgestrahlt. Der weitaus größere Anteil der Klänge wird durch den jeweiligen Raum (Decken, Wände, Gegenstände) reflektiert, wobei Winkel, Frequenzen und Laufzeiten unterschiedlich und veränderbar sind. Das unmittelbare Hören vom Lautsprecher zum Ohr ist daher eher eine ungewöhnliche akustische Situation.

Wie das, was gesendet wird, bei uns ankommt und wie wir es empfinden, hängt in erheblichem Maße auch von unseren Hörgewohnheiten und von unseren Hörerfahrungen ab.

[…]

Unsere Hörerfahrung hat uns in einer gewissen Weise gesättigt, sozialisiert und manchmal auch konditioniert. So verbinden wir mit einer bestimmten Melodie z.B. aus einem bekannten Kino- oder Werbe-Film eine Erinnerung, ein ganz bestimmtes Bild und Gefühl, damit auch ein Produkt- und Wertgefühl und sogar den Drang, etwas bestimmtes zu denken und/oder zu tun. Manchmal ist es sinnvoll, Melodie und Ton daher nicht zu verändern.

Dennoch interessant z.B. auch im Musik-Business: Wird durch einen technischen Fehler, den man bewusst einsetzen kann, ein altbekannter Ton verzerrt (Distortion) oder komprimiert (Kompressionseffekt/Übersteuerung) finden wir ihn interessanter. Wir werden quasi aus unserer Gewohnheit aufgeweckt. Damit kann sich zugleich der Eindruck von Lautstärke erhöhen. Auch die Länge des Tons ist entscheidend: Wird ein Ton nur ganz kurz wiedergegeben, empfinden wir ihn leiser, als wenn er länger zu hören ist. Das kommt, weil das menschliche Ohr für Frequenzen zwischen 2.000 und 5.000 Hz besonders empfindlich ist. Wir reagieren dann sensibler. …“

Quelle / gesamter Text: Die Image-Berater

Bildnachweis: Klangmantel

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