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Authentizität

22 Mrz

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Was ist Authentizität?

Das griechische Wort für Authentizität („authentikós“) setzt sich aus den Worten „autos“ („selbst“) und „ontos“ („seiend“) zusammen und kann somit als „selbstseiend“ übersetzt werden (Kaegi, 1962). Authentisch zu sein bedeutet gemäß seinem wahren Selbst, d.h. seinen Gedanken, Emotionen, Bedürfnissen, Vorlieben und Überzeugungen zu handeln und sich dementsprechend auszudrücken (Harter, 2002).

Eine etwas komplexere Definition von Michael Kernis und Brian Goldmann beschreibt vier Dimensionen der Authentizität. Die erste Dimension beinhaltet, dass man sich selbst, zum Beispiel seine Motive, Werte, Gefühle und Bedürfnisse kennt. Die zweite Dimension beschreibt eine unvoreingenommene Verarbeitung von Informationen, die das eigene selbst betreffen. Statt beispielsweise nur positive Informationen über sich anzunehmen würde eine authentische Person gegenüber positiven und negativen Informationen über die eigene Person offen sein. Außerdem beinhaltet Authentizität, dass die Handlungen einer Person mit ihrem eigenen Selbst übereinstimmen und nicht von äußeren Einflüssen bestimmt werden. …“

…findet sich auf der Website „Forschungsprojekt „authenticos“„. Coachin Natalie Schnack schreibt:

„…Authentizität also ist …

Übereinstimmung zwischen Gefühlen (Intuition, Bauchgefühl), Denken, Sprechen und Handeln. Denn die menschliche Persönlichkeit kann mit vier Dimensionen beschrieben werden: FühlenDenkenSagenTun.*

Und wenn alle diese Dimensionen gleichzeitig miteinander im Einklang sind, fühlen wir uns authentisch und wirken auch so nach außen.

Dieser Zustand verleiht uns die Kraft, zu Handeln und unsere eigenen Interessen zu vertreten.

Doch wie oft gelingt es, diesen Einklang zu erreichen?

Es ist ganz individuell. Es hängt davon ab, wie sehr Sie lernen

1. Auf Ihre Gefühle zu achten, oder wie sehr Sie auch Ihren „Bauch“ hören.

2. Ihre Gefühle sich bewusst zu machen, sie zu verstehen.

3. Das zu sagen, was Ihr Gefühl und Ihr Verstand Ihnen sagen.

4. Nach Ihrem Gefühl und Verständnis zu handeln und auch so wie Sie es sagen. …“

Mehr zum Thema / Bildnachweis: Natalie Schnack

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17 Antworten zu “Authentizität

  1. Ilanah

    März 22, 2016 at 9:25 am

    Ich denke, dass eher wenige Menschen wirklich authentisch sind, weil sie zu sehr abhängig von der Meinung anderer sind.

    Gefällt 2 Personen

     
    • Tristan Rosenkranz

      März 22, 2016 at 9:31 am

      Dem kann ich leider nur zustimmen.

      Gefällt mir

       
      • Ilanah

        März 22, 2016 at 1:31 pm

        Wer nicht authentisch ist/sein kann, der ist innerlich noch das kleine Kind, das es seinen Eltern auf jedenfall rechtmachen will, um geliebt zu werden, denke ich.

        Gefällt 1 Person

         
      • Tristan Rosenkranz

        März 22, 2016 at 1:32 pm

        Das innere Kind lässt sich mit etwas Feinsicht und Erfahrung meiner Meinung nach bei jedem in gewissen Lebenslagen entdecken. Es ist immer da. Bei (auch vor Jahren) sehr verletzten Menschen eben sehr viel häufiger.

        Gefällt 1 Person

         
      • Ilanah

        März 22, 2016 at 1:39 pm

        Ja, es lebt in uns. Aber wir können auch, trotz Verletzung, uns alle „Nachbeeltern“ und damit ein authentisches Leben führen, bzw. dem inneren Kind zeigen, dass es auch anders geht, als sich von anderen abhängig zu machen.
        Und das Kind wiederum kann uns zeigen, dass es auch verspielt zugehen darf 🙂

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      • Tristan Rosenkranz

        März 22, 2016 at 1:43 pm

        Es kann allerdings ein langer Weg sein, dieses Zu sich kommen bzw Nachbeeltern. Und oft lässt sich feststellen, dass das Bewusstwerden bzw. -sein schon die größte Hürde davor stellt…

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      • Ilanah

        März 22, 2016 at 1:45 pm

        Das stimmt allerdings. Und manche finden den Weg nie.
        Ich gehe ihn schon über 20 Jahre und bin dabei oft gestrauchelt und auch hingefallen.

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      • Tristan Rosenkranz

        März 22, 2016 at 1:47 pm

        Ich kann Dich sehr gut verstehen…

        Gefällt mir

         
      • Ilanah

        März 22, 2016 at 1:48 pm

        Dachte ich mir schon 😉

        Gefällt 1 Person

         
      • Tristan Rosenkranz

        März 22, 2016 at 1:49 pm

        😉

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  2. gkazakou

    März 22, 2016 at 10:10 am

    Der Beitrag regt dazu an, sich mit der kritischen Frage der „Echtheit“ – also dem Übereinstimmen von Schein und Sein – zu befassen. Und also auch die ethische Frage nach der Verantwortung für das eigene Handeln aufzuwerfen.
    Die ethymologische Erklärung, die die obigen Autoren geben, ist falsch. Avthentis (αυθέντις) ist von Homer bis zur griechischen Klassik der, der mordet, also mit seinen eigenen Händen bzw Waffen tötet. Daraus entwickelte sich zu hellenistischen Zeiten das Wort Avthentis oder Aphentis – der Herr, der das Recht über Leben und Tod seiner Sklaven hat (im Türkischen als Effendi). Die heutige Bedeutung von avthentiko kommt von diesem „mit den eigenen Händen getan“, also „echt“ im Sinne von „Original“, „nicht gefälscht“. ZB ein authentisches Kunstwerk von Picasso. Im Lateinischen als auctoritas, Autorität, auch Täterschaft. Gott als höchste Autorität mit Verfügungsgewalt über Leben und Tod der Menschen – davon abgeleitet dann die Autorität des Papstes, des Königs „von Gottes Gnaden“, der Fürsten, und schließlich aller Herren. In der Demokratie ist jeder für sein eigenes Handeln selbst verantwortlich – der freie Bürger hat keinen Herrn mehr über sich …

    Gefällt 2 Personen

     
    • Tristan Rosenkranz

      März 22, 2016 at 10:43 am

      Danke für Deine spannenden Ergänzungen! Das wirft natürlich ein krasses Bild auf die Herkunft des „Bei sich selbst (=authentisch) seins“… Wenn ich Gott (oder welchen selbsternannten Götzen auch immer) als höchste Verfügungsgewalt nehme, stehe ich ja auch wieder / nur in einer Abhängigkeit. Das ist ein Thema, dass öfters in Gesprächen auftaucht: Authentisch wie in meinem Posting definiert, ist für mich tief im Inneren stimmig bzw so „funktioniert“ Authentizität, das fühle ich. Auf der anderen Seite steht dann die Tatsache, dass sich die Dinge fügen (uns es sehr wohl eine höhere Gewalt gibt). Ein scheinbarer Widerspruch, aber spannend. Und wsas Demokratie betrifft: ich kenne keine echte Demokratie, habe sie bisher nie kennen gelernt.

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      • gkazakou

        März 22, 2016 at 10:51 am

        zu Demokratie: „authentisch“ oder nicht, wir leben in keiner Sklavenhaltergesellschaft und auch nicht im Feudalismus. Wir sind nicht Leibeigene eines Herrn, sondern in den meisten unserer Lebensäußerungen unser eigener Herr. (Ich habe grad Erzählungen von Puschkin gelesen – Ende 18., Beginn 19. Jahrhundert, ein gewaltiger Unterschied zu heute).

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      • Tristan Rosenkranz

        März 22, 2016 at 10:54 am

        Da muss ich Dir widersprechen, die Lenkung ist nur nicht mehr (so) offensichtlich. Manipuliert (und gesteuert) werden wir alle zur Genüge.

        Gefällt 2 Personen

         
  3. Christian

    März 22, 2016 at 1:10 pm

    Freie Seele,
    immer suchst Du das Meer –
    das Meer ist Dein Spiegel.

    Wir hätten mehr Gewinn,
    wenn wir uns so zeigten
    wie wir sind,

    als wenn wir versuchten
    zu scheinen,
    was wir nicht sind.
    François de La Rochefoucauld

    Gefällt 2 Personen

     
  4. Christian

    März 22, 2016 at 1:19 pm

    Gerne

    Gefällt 1 Person

     

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