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Wurzeln | Mittwinter

20 Dez

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„… Mittwinter ist der Beginn des neuen Sonnenjahres, nun werden die Tage wieder länger und die Sonne wird bald wieder mehr „Kraft“ haben. Die Zahl 12 hat damit zu tun, daß das Mondjahr mit 354 Tagen eben diese zwölf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Zum Ausgleich mußten Tage dazwischen geschaltet werden. Deshalb spricht man auch von der Zeit zwischen den Jahren, einer Zeit, die nicht so richtig zum Jahreslauf dazugehört und mit der man deshalb allerlei magisches verbindet.

Die Nacht vor der Wintersonnenwende, also meist vom 19. auf den 20. Julmond, wird auch als Mütternacht (modraneht) bezeichnet. Die Mütter, das sind weibliche Ahnen, auch Disen genannt. Der Begriff Mütternacht weist nicht auf eine „Große Göttin“ hin, die zu Mittwinter ein „Sonnenkind“ gebärt. Träume in dieser Nacht sollen prophetische Qualität haben. Diese Nacht bzw. der Tag vor dem Julfest sind der Frigg geweiht. Nach dieser Rechnung endet das Julfest am 1. Hartung. Der 2. Hartung ist wiederum ein Friggatag, der Tag, an dem die Hausarbeit, die während der Zwölfnächte ruhte, wieder beginnt. Man sieht, daß Frigg (die auch mit Frau Holle / der Berchta in Verbindung gebracht wird, s.u.) das Julfest sozusagen umrahmt, was auf den privaten, sippeninternen Charakter der Zwölfnächte hinweist. Da die Arbeit ruht, ist das Julfest eine Zeit der Einkehr und des Rückblicks auf das vergangene Jahr (Julfrieden). …“

Quelle / gesamter Artikel: Lokis Mythologie

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9 Kommentare

Verfasst von - Dezember 20, 2015 in Mythologie + Ursprung

 

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9 Antworten zu “Wurzeln | Mittwinter

  1. Christian

    Dezember 20, 2015 at 8:19 am

    Julsegen

    Das Licht des Julefeuers für Dich,
    Die Wärme von Heim und Herd für Dich,
    Der Freunde Jubel und Freude für Dich,
    Der Familie Liebe und Frieden für Dich,
    Hoffnung und Stärke des Herzens für Dich,
    Gemeinschaft und Segen der Götter für Dich.

    © 2007 Michaela Macha
    LG Christian

    Gefällt 1 Person

     
  2. gkazakou

    Dezember 20, 2015 at 9:17 am

    Ich verstehe die Rechnung mit Mond- und Sonnenjahr nicht, die da aufgemacht wird. Das Jahr hat ekanntlich 13 Monde (Monate) von je 28 Tagen, dazu einen Extratag, macht zusammen 365. Der Extratag war für den Königswechsel bestimmt. Da der alte König dann geopfert wurde, gilt 13 als Unglückszahl.(frei nach Ranke-Graves, Griechische Mythologie)
    Erst dadurch, dass im Patriarchat die 12 durchgesetzt wurde (12 Götter der Griechen), geriet man mit der Aufteilung des Jahres in die Bedrouille. Seither hat man die Monate mit den 31 Tagen (darunter Juli und August nach den römischen Kaisern Julius Caesar und Augustus), den Schaltmonat Februar und dergleichen Unregelmäßigkeiten. Denn das Jahr von 365 Tagen lässt sich eben nicht durch 12 teilen.
    Jesus und die zwölf Jünger nehmen die alte 13 wieder auf und versöhnen sie. Durch den Verrat des einen der Zwölfe geriet auch diese Rechnung ins Schwanken, wurde künstlich wieder aufgefüllt durch einen Ersatz-Apostel.
    Mit der germanischen Mythologie kenne ich mich nicht genug aus, weiß also nicht, wie man dort die Monate berechnete. Auf die im Artikel angegebene Zahl 354 aber komme ich mit keiner Rechnung.-

    Gefällt 3 Personen

     
  3. Christian

    Dezember 20, 2015 at 12:02 pm

    Kalender
    Allgemeines

    Zur Zeitmessung ist grundsätzlich zu sagen, daß die verschiedensten am Himmel beobachtbaren Objekte verwendet wurden. Haupttypen von Kalendern sind lunare (also mondbasierte), solare (sonnenbasierte) und Mischkalender, die sogenannten lunisolaren Kalender. Das grundsätzliche Problem bei einem Kalender liegt in der ungleichen Länge von mondbasiertem und sonnenbasiertem Jahr.
    Die ältere Version dürfte der Mondkalender sein, da es wesentlich leichter ist, die ‚rasch‘ wechselnden Mondphasen zu zählen, als (jährlich) wiederkehrende Sonnenstände festzuhalten. Genau bestimmen kann man die Mondphase übrigens nur bei Halbmond, woraus sich der synodische Monat mit 29,53 Tagen ergbit. Der siderischen Umlaufzeit (27,32 Tage) des Mondes um die Erde entsprechend war der älteste Kalender das Siderische Mondjahr mit 355 Tagen (oder 13 Monate à 27 Tagen). Hierbei bestimmte man den Mond nicht nach der Phase sondern dem Stand vor dem Sternenhimmel.
    Abgelöst wurde dieses dann vom tropischen Sonnenjahr, bei dem man 12 (synodische) Monate mit je 29,53 (=354) Tagen hatte, wozu noch 12 eingeschobene Tage kamen, die auch heute noch im Rahmen des Julfestes als „Zwölfnächte“ auftauchen. Nur mit diesen Ausgleichstagen verschieben sich die Jahreszeiten nicht durchs ganze Jahr.
    Bestimmung der Festzeitpunkte

    Zunächst muß man die Himmelsrichtungen ziemlich genau bestimmen. Das geht mit wenigen Mitteln mit dem „Indischen Kreis“. Ein in die Erde gesteckter Stab wirft im Sonnenschein einen Schatten, der mit steigendem Sonnenstand am Mittag kürzer wird. Man zieht einen Kreis um den Stab und markiert, wenn der Schatten genau auf den Kreis trifft (Punkt A). Dann wartet man bis zum Nachmittag, wenn der Schatten wieder länger wird und erneut auf den Kreis trifft (Punkt B). Die Verbindungslinie zwischen A und B ergibt genau die Ost-West-Achse. In die Punkte schlägt man dann Pflöcke und bindet zwei gleich lange Seile daran. Deren Zusammentreffpunkt jenseits des Kreises ergibt auf 1 Grad genau mit dem Stab im Zentrum die Nord-Süd-Achse.
    Nun stellte man fest, daß die Sonne zum Zeitpunkt der Frühjahrs- und Herbst-Tag-und-Nachtgleiche genau im Osten aufgeht. Also waren diese beiden Daten im Jahr ziemlich genau zu bestimmen. Die Zeitpunkte der Sonnenwenden hingegen errechnete man offenbar nach den zuvor beobachteten Äquinoktien.
    Die nordischen Quellen geben uns Hinweise darauf, daß der Mond ursprünglich zur Zeitmessung benutzt wurde:
    Im Alvíssmál, dem Lied vom Zwergen Alwis, steht in der Simrock’schen Übersetzung, daß der Mond bei den Alfen (Elfen) „Jahrzähler“ heiße. Felix Genzmer überträgt so, daß der Mond bei den Alben „Schein“ heiße, bei den Zwergen aber „Zeitmesser“, was genau umgedreht ist. Also haben entweder Alben oder Zwerge (die ja sowieso sehr schwer literarisch auseinanderzuhalten sind) den Mond als Zeitmesser genommen (und demnach auch die Menschen, deren Mythologie es war).

    In der Völuspá, der Seherin Gesicht, heißt es:

    „… der Mond kannte seine Macht noch nicht.
    … für Nacht und Neumond wählten sie (die Götter) Namen,
    benannten Morgen und Mittag auch, Zwielicht und Abend,
    die Zeit zu messen.“
    Genzmer

    Interessanterweise finden wir den Neumond genannt. Die darauffolgende Zeit des zunehmenden Mondes galt den Germanen als besonders günstig für Unternehmungen. Opferfeste und Thing-Versammlungen fanden bevorzugt nach dem Neumond statt, man kann auch vermuten, daß Vollmondnächte abgewartet wurden, da es dann besonders hell ist. Wir sehen, daß die Zeit – nach Einführung des Julianischen Kalenders in Rom – hier noch nach Mondphasen gezählt wird.

    „Man kommt … an festliegenden Tagen, bei Neu- oder Vollmond, zusammen; die Germanen meinen nämlich, dies sei die verheißungsvollste Zeit etwas zu beginnen. Sie berechnen (übrigens) nicht wie wir die Zahl der Tage, sondern die der Nächte. Danach setzen sie ihre Zusammenkünfte fest, danach verabreden sie sich: die Nacht führt sozusagen den Tag herauf.“
    Tacitus

    Daß der Mond etwas mit dem Messen der Zeit zu tun hat, kann man schon aus seinem Namen belegen:
    Germanisch und gotisch ‚mena‘, althochdeutsch ‚mano‘ — zur indogermanischen Wurzel *me = messen. Und zum Mond gehört auch der – Monat.
    Für einen richtigen ‚Mondkult‘ gibt es bei den Germanen allerdings keine Beweise. Eher wurde – der bronzezeitlichen Tradition folgend – die Sonne verehrt.
    Der Mond, Mani, ist bei den Germanen übrigens männlich, Sunna, die Sonne, ist weiblich. Mani ist Sohn von Mundilfari und Bruder der Sonne. Beide Geschwister wurden von den Göttern an den Himmel gesetzt, damit Mani den Mondlauf kontrolliere und Sunna die Pferde (Arvakr – früh wach – und Alsviðr – sehr schnell) führe, die den Sonnenwagen ziehen. Die Sonne ist mit Glen (Glanz) verheiratet. Mani nahm zwei Kinder von der Erde auf, Bil und Hiuki, die mit ihm über den Himmel ziehen. Die Geschwindigkeit, mit der Sonne und Mond über den Himmel ziehen, wurde dadurch erklärt, daß man sich vorstellte, sie würden von zwei Wölfen gehetzt, die sie bei Ragnarök verschlingen würden.

    Jan de Vries führt an, daß man bei mehreren indogermanischen Völkern festgestellt hat, daß sie das Mondjahr zur Kalendererstellung benutzten, was dann wohl auch für die Germanen gilt. Interessanterweise ist uns noch der Name für die Ausgleichstage zum Sonnenjahr überliefert:
    die Zwölfnächte, das ist die Julzeit bei den Germanen. In Indien wurden diese Tage dvadasaha genannt.

    Man darf natürlich nicht davon ausgehen, daß den Germanen die unterschiedliche Dauer von lunarem und solarem Jahr nicht bekannt war. Daß Sonnenstände beobachtet und verfolgt wurden, kann man beispielsweise aus der Schiffssetzung von Kåsehuvud, Südschweden, ablesen. Der „Bug“ des Schiffes zeigt am Mittsommertag genau auf den Sonnenuntergangspunkt, wohingegen der „Ruderstein“ zur Wintersonnenwende auf den Sonnenaufgangspunkt zeigt und somit die „wiedergeborene Sonne“ begrüßt. Auch das folgende Edda-Zitat vereint Sonne und Mond:

    „Mundilföri heißt des Mondes Vater
    Und so der Sonne.
    Sie halten täglich am Himmel die Runde
    Und bezeichnen die Zeiten des Jahrs.“
    Simrock

    Viel älter als diese Schiffssetzung ist das Grab von Newgrange in Irland, das ca. 3000 v.u.Z. errichtet wurde, also in der Jungsteinzeit. Erst in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts hat man das Geheimnis des Grabes entdeckt: Am Morgen der Wintersonnenwende scheint die aufgehende Sonne durch einen kleinen Lichtschacht in einen Gang und „tastet“ sich bis zur Grabkammer vor.
    Ein ähnliches Phänomen bietet der Maeshowe Grabhügel auf den Orkneys von ca. 2800 v.u.Z.

    Die frühesten Germanen haben also wohl nach Mondphasen ihre Zeit gerechnet und Tage bei Abweichung vom Sonnenjahr zwischengeschaltet (wie es ja auch die Römer taten). Eventuell sind auch ganze Monate zwischengeschaltet worden. Zudem wurden vermutlich die Sternbilder beobachtet und auf Basis des Aufgangs bestimmter Wintersternbilder (z.B. Orion) Zeitpunkte berechnet.
    Vermutlich haben die Germanen – zumal in den Gebieten wo sie eng mit den Römern Kontakt hatten – früher oder später den Julianischen Kalender übernommen.
    Spätestens mit der Christianisierung der germanischen Völker wird diese Zeitrechnung sich etabliert haben. Vermutlich haben die Germanen die 7-Tage-Woche von den Römern übernommen, was wahrscheinlich in den ersten Jahrhunderten n.d.Z. geschah. Desweiteren haben sie wahrscheinlich die römischen Götternamen für die Wochentage gegen ihre eigenen Götternamen ausgetauscht. Genaueres weiß ich darüber aber nicht.

    Als in Island im Jahre 930 das Althing eingeführt wurde, gab es eine Zeiteinteilung in „misseri“, das sind Halbjahre zu je 26 Wochen, die als sumar und vetr, Sommer und Winter, bezeichnet wurden. Es gab zwar auch Namen für Frühling und Herbst (vár, haust), aber als eigene Jahreszeiten hatten sie keine Bedeutung. Als Zeiteinteilung war das „Jahr“ fremd; das Wort „ár“ meinte eher „Fülle“ und „Fruchtbarkeit“.
    Die jeweils ersten Tage der Jahreszeit wurden groß gefeiert: Sumarmál und vetr-nætr, Sommer-Mahl und Winternächte. Dabei ist interessant, daß der Sommer immer an einem Donnerstag beginnen mußte (zwischen dem 9. und 15.4.) und der Winter an einem Samstag (zwischen dem 11. und 18.10.). Gezählt wurde gründsätzlich in Nächten und Wintern.
    Die Woche hatte 7 Tage, so daß sich insgesamt 364 Tage pro Jahr ergaben. Die andere Zählung ist 12 Monate à 30 Tagen, was 360 Tage macht. Der Winter wurde dann mit 6 Monaten gezählt, der Sommer ebenfalls mit 6 plus 4 zusätzliche Nächte (auknætr).
    Zum Ausgleich der fehlenden Tage zum Sonnenjahr wurde um 950 der Kalender reformiert. Jedes 7. Jahr kam eine Ausgleichswoche dazu, sumarauki.
    Als Gebrauchskalender wurden in Skandinavien Holzstäbchen verwendet, die entweder vierkantig waren und 4 Jahreszeiten wiedergaben oder aber linealförmig für das Sommer- und Winterhalbjahr (Rimstock, Clog Almanac, primstavur). Mittels dieser Stäbe konnte der Unterschied zwischen Mond- und Sonnenkalender bestimmt werden, was noch bis zum 17. Jahrhundert in Norwegen üblich gewesen sein soll, wobei zu diesem Zeitpunkt der Julianische Kalender verwendet wurde. Mir ist nicht bekannt, wann genau diese Stäbchen in Gebrauch kamen und ob sie eventuell erst nach oder mit der Christianisierung eingeführt wurden.

    Die Einteilung des Tages in Island sah so aus:
    Tageseinteilung

    Erwähnenswert ist noch, daß es immer wieder Versuche gegeben hat, die 24 Runen des älteren Futharks auf 24 sogenannte „Halbmonate“ zu verteilen. Sinn machen würde dies durchaus, da dann eine Rune jeweils einer Neumond- bzw. Vollmondphase entspräche. Allerdings fangen unterschiedliche Deutungen mit unterschiedlichen Runen an…

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  4. Christian

    Dezember 20, 2015 at 12:05 pm

    und der Julfest Spruch sollte nicht fehlen euch allen eine gute Zeit lg Christian
    Julfest

    Die Sonne ist immer tiefer am Horizont gesunken, es wird jetzt früh dunkel. Kalt ist es auch geworden, die Bäume haben ihre Blätter verloren und die Erde schläft ihren „Winterschlaf“. Die stille Zeit ist angebrochen. Heute nun feiern wir die längste Nacht des ganzen Jahres. Und sie ist uns Anlaß zum schönsten germanischen Fest – Jul! Es ist ein Fest voller Licht und Freude, aber auch ein Fest der Sippe, der Ahnen und somit des Totengedenkens. Wodans Wilde Jagd ist in dieser Zeit mit uns. Diese Ebenen des Festes schließen sich nicht aus, sondern sie greifen ineinander – so wie auch das Rad des Jahres keinen wirklichen Anfang und kein Ende hat. Gewiß ist nur: ein neuer Frühling kommt. So nimmt das Rad des Jahres nun einen neuen Anlauf und schwingt sich wieder bis Mittsommer hoch. Alles ist im Fluß – und doch scheint die Zeit in diesen dunkelsten Nächten des Jahres stillzustehen. In dieser Zeit genießen wir das warme Heim, geben uns Geschenke und gedenken derer, die auch im Tod noch zu unserer Familie gehören.

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  5. Christian

    Dezember 20, 2015 at 12:21 pm

    immer wieder gern

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