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Galsan Tschinag | Liebe

17 Aug

„War es Liebe, wenn Mann und Frau unter einem Dach wohnten, in einem Bett lagen und alle vierzehn Tage einmal miteinander schliefen? War es denn Liebe, wenn beide sich imstande fühlten, den anderen alle Tage noch zu ertragen, manchmal ganz gut leiden zu können und hin und wieder sogar dessen wärmende und beschützende Nähe zu suchen?

Aber es gab offenbar noch die andere Liebe. Die Liebe, von der in Büchern geschrieben steht. Die man auf der Leinwand, auf der Bühne sieht.“

Buchzitat aus „Das andere Dasein“

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13 Antworten zu “Galsan Tschinag | Liebe

  1. herzgeschreibsel

    August 17, 2015 at 12:03 pm

    Ein interessantes Zitat, das sicherlich viele L(i)eben schreibt. Die Frage ist doch, ob die wahrhaftige Liebe, diese eine Liebe, ins Leben passt oder nur in Büchern leben kann. Vielleicht hat Liebe aber auch einen Countdown. In Büchern beginnt er jedes Mal von neu, wenn wir es zur Hand nehmen. Auf Leinwänden ebenso. Aber im Leben, da läuft er mit Beginn des Alltags. Und den bestimmen wir vielleicht selbst.

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    • Tristan Rosenkranz

      August 17, 2015 at 12:11 pm

      Dein anregender Kommentar gibt zu denken – vielen Dank dafür! Tatsächlich birgt die sogenannte „wahre“ Liebe die erhebliche Gefahr, daran zu verbrennen. Mir gibt es allerdings auch zu denken (wertfrei), welche Form von Liebe es ist, wenn ökonomische oder rein freundschaftliche Ehen geführt werden.

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      • herzgeschreibsel

        August 17, 2015 at 12:15 pm

        Vielleicht gibt es auch keine ewige Liebe. Oder keine Liebe auf Dauer. Vielleicht nimmt alles ab mit der Zeit. Und wenn wir unsere Beziehungen dann auflösen für eine neue Liebe, nimmt diese auch mit der Zeit wieder ab. Und wieder und wieder. Ein Kreislauf. Alles ist auf Zeit. Liebe auf Zeit. Vielleicht. Vielleicht bleibt am Ende nicht mehr. Die Frage ist dann, ob kurzfristiges Glück dann doch auf Dauer glücklich macht.

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      • Tristan Rosenkranz

        August 17, 2015 at 12:20 pm

        Ich glaube auch, dass alles endlich ist, kommend und vergehend. Der Romantiker in mir sieht demgegenüber wiederum auch Paare, die symbiotisch gealtert sind und ohneinander nachts kein Auge zubekommen. Liebe verändert sich, das ja. Ob sie zwangsläufig immer verloren geht oder endet, weiß (hoffe) ich nicht…

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      • herzgeschreibsel

        August 17, 2015 at 12:25 pm

        Ich hoffe, dass du Recht hast. Dass es nicht nur die Gewöhnung aneinander über Jahre ist, um den anderen zum Einschlafen zu brauchen, sondern das sich Herzen brauchen.
        Ich glaube daran, dass es für jeden von uns diese eine Liebe gibt, wir sie aber nicht alle finden.

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      • Tristan Rosenkranz

        August 17, 2015 at 12:31 pm

        Das ist eine Sichtweise, der ich sehr zustimme 🙂

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  2. herzgeschreibsel

    August 17, 2015 at 12:37 pm

    In diesem Sinne alles Liebe ❤

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  3. mimispricht

    September 9, 2015 at 8:37 am

    Zumindest gibt es eine kulturgeschichte der Liebe, die ganz offensichtlich zeigt, dass es nicht nur die eine liebe gibt. Es gibt verschiedene Arten zu lieben, die romantische liebe ist streng genommen zu jüngste die wir kennen. Und auch die, die am meisten von Disney und Hollywood missbraucht wird. Aber wer sagt denn eigentlich, dass die romantische liege gegenwärtig immernoch unser liebesideal sein muss, wer sagt, dass es nur eine einzige, richtige Art gibt, zu lieben? Wieso eigentlich keine postmoderne liebe?
    Mehr dazu gibt es übrigens auf meinem Blog, denn genau damit habe ich mich auch beschäftigt.

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    • Tristan Rosenkranz

      September 9, 2015 at 8:40 am

      Danke für Deinen interessanten Kommentar 🙂 Ich lese gerade ein Buch eines Paares von Psychologen und Sexualwissenschaftlern, die neben dem (kulturhistorischen und evolutionären) Infragestellen von Treue genau das behaupten: es gibt so viele Liebesformen wie es Menschen gibt.

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      • mimispricht

        September 9, 2015 at 8:48 am

        In wohl fast allen Disziplinen wird sich mit dem Phänomen der Liebe beschäftigt. Meine Beobachtung ist dabei, dass der Konsens im Grunde darauf hinausläuft, dass die liebe eine kulturelle Praxis ist – insofern, dass sie immer ein Teil der Gesellschaft ist und damit eben wandelbar. Wer also an alte liebesvorstellungen, die über 100 Jahre alt sind, klammert, wird zwangsläufig enttäuscht. Ich finde diese Erkenntnis eigentlich völlig banal, aber gleichzeitig erscheint sie mir ganz und gar nicht selbstverständlich.

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      • Tristan Rosenkranz

        September 9, 2015 at 9:00 am

        Wunderbar ausgedrückt, dem kann ich nur zustimmen. Menschliche Liebe hat oft mit Haltsuche zu tun.

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