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Unterwegs im Irgendwie

26 Jun

Keine Ahnung, was das für Tage sind. Sie schwanken – schwach an Überzeugungskraft – zwischen den Extremen, überhitzen mein emotionales Innenleben. Da ist Liebe und Vermissen, da sind die ewigen Zweifel, da ist der Übergang vom Gestern ins Morgen. Ab und an tanzen die Dämonen Pogo, spielen beißwütige Wildsau, an meinen beinahe reißenden Ketten festgezurrt. Dazwischen kurze Ankünfte mit Licht und inniger Stille. Um wenig später in den Thrill existentieller Außenbezirke zu strudeln. Die mir jegliche Begreifbarkeit entrauben, nach Gott und Wahnsinn riechen. Später wieder durchschneide ich hundertkilometerweise schaltfreudige Kurven, quer durch Landschaftsgenüsse, durchströmt vom Lava musikentkoppelter Emotionen. Durchflug ins Nichts.

Schwer zu verstehen, was es bedeutet. Kaum sagbar, wie ich mich fühle. Ein „nur“ ist nicht dabei. Im Glücklichsein hat sich parasitäre Gereiztheit eingenistet, die Grenzüberschreiter mit ihrem strukturlosen Wahn verursachen. Menschen aus dem Gestern, die ihre Prüfungen in meine dünne Haut fräsen wollen, deren Sinn ich nicht verstehe. Manchmal schimmern auch Träume durchs Donnergrollen durch, Zeitverlustigkeiten, die in Schönstmomente kulminieren, um kurz darauf wieder zu zerstäuben.

Und dann? Wieder Sinn finden und sammeln, wieder daran denken, dass ich nur Gast bin und mein Leben der Lidschlag eines Kolibris. Nichts wirklich wichtig ist unterm endlosen Gestirn. Dass die Härte meiner derbe pöbelnden Anteile die Härte eines Diamanten ist. Dass das Leben einer Wolke gleicht, unentwegt veränderlich, kaum begonnen – schon im Blau verschwommen…
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11 Kommentare

Verfasst von - Juni 26, 2015 in Impressionen, Prosa + Lyrik

 

Schlagwörter:

11 Antworten zu “Unterwegs im Irgendwie

  1. Ariana

    Juni 26, 2015 at 7:27 am

    Was für ein ausdrucksstarker, eindringlicher Text….

    Gefällt 1 Person

     
  2. versspielerin

    Juni 26, 2015 at 7:48 am

    ein unglaublich intensiver text, großartig!
    und für mich im innersten nachvollziehbar …
    daumen hoch, und bitte mehr davon 🙂

    Gefällt 1 Person

     
  3. kaetheknobloch

    Juni 26, 2015 at 8:25 am

    Was für ein starker Text zu der Befindlichkeit, wenn Greiztheit innenhäutig kratzt, wo nach außen eigentlich die pure Harmonier strahlt. Worte, auf die man neidisch sein möchte. Ehrlich offen zugetan neidisch, weil man sie so selbst gern formuliert hätte. Gleich nochmals goutieren, diese Pupillenoffenbarlichkeit.
    Dankend, Ihre Frau Knobloch, froh, solche Textperlen zu finden.

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      Juni 26, 2015 at 9:19 am

      Vielen Dank auch für Deinen lieben Zuspruch. Und ja – mitunter scheinen Ausstrahlen und Innenleben solange in Opposition zu stehen, bis Harmonie gefunden ist. Ein ewiges Spiel der Energien.

      Gefällt mir

       
  4. gabi m. auth

    Juni 26, 2015 at 9:33 am

    Starker Text, vertraute Seelenlandschaft, schon Millionenfach gefühlt und durchquert. Und dazwischen immer wieder Stille.

    Gefällt 1 Person

     

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