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Vom Leben auf der Straße…

06 Mai

Nick

…erzählt das Projekt „Unsichtbar – Vom Leben auf der Straße“. Eindringliche, sensible Porträts über Menschen (wie Du und ich) mit Träumen, Emotionen und Seelen, die obdachlos sind. Erst neulich gab es im Freundeskreis eine Diskussion (der ich mich angesichts der blauäugigen Ignoranz mit Schweigen ergab), dass Obdachlose doch „selbst dran schuld“ seien; und erst vor etwas über einem Jahr noch hatte ich direkten Kontakt zu einem Mann, Bruder und Vater, der für längere Zeit im Abseits seiner Familie auf der Straße gelebt hatte. Die Dinge, das jedenfalls ist mir klar geworden, sind nicht so eindimensional, wie wir satten Menschen so oft glauben wollen. Und ohne die eigene Erfahrung oder Sensibilisierungen durch Projekte wie dieses werden es sich manche Menschen nie vorstellen können, wie schnell man alles verlieren kann.

„Unsichtbar“ berührt unsere Vorurteile, unsere Sattheit und unsere Einstellung zu Humanismus. Die Ausstellung wird jeweils auf den Hauptbahnhöfen Stuttgart vom 18.05. – 27.05.2015, Mannheim vom 28.05. – 08.06.2015 und Leipzig vom 15.10. – 25.10.2015 zu sehen sein:

„Jeden Tag begegnen wir Menschen, die auf der Straße leben – doch oft genug schauen wir an ihnen vorbei, als seien sie gar nicht da. Wer sind sie, was ist ihre Geschichte? Was bedeutet es, obdachlos zu sein? Als wir im Februar 2014 begannen, wohnungslose Menschen zu porträtieren, wollten wir einmal nicht die typischen „Elendsfotos“ machen von Leuten in verschlissenen Kleidern und Pappbecher in der Hand. Wir wollten die Betroffenen als Menschen zeigen, die sie sind. So entstand das Projekt „Unsichtbar“.

Anfangs waren wir nicht sicher, wie unsere Idee aufgenommen würde. In der Bahnhofsmission am Zoo in Berlin fanden wir Unterstützung. Täglich bekommen hier bis zu 600 Menschen ein warmes Essen und Getränke, Rat und Hilfe. In einem kleinen Heizungsraum durften wir ein provisorisches Fotostudio einrichten. Hier sprachen wir zunächst mit den Gästen. Der kleine Raum bot einen Luxus, den Obdachlose meist nicht haben: Eine Tür. Dahinter konnten wir in Ruhe miteinander sprechen.
Als wir die ersten Fotos und Videos fertig waren, stießen wir auf viel Zustimmung. Viele Gäste fragten, ob sie auch mitmachen dürften. Am Ende verbrachten wir mehr als drei Wochen in der Bahnhofsmission am Zoo. Und lernten mehr als 50 Menschen kennen, die auf der Straße leben oder lange gelebt haben. Die jüngste war 17, der älteste um die 70 Jahre alt. Alle haben eingewilligt, dass wir sie zeigen und sie mit einem kurzen Text zitieren. Für die Videos baten wir sie, 30 Sekunden schweigend in die Kamera zu schauen.

[…]

Ermöglicht hat dies zum einen der Verein Berliner Helfen e.V. der Berliner Morgenpost, der das Buch herausgibt. Der Reinerlös kommt der Arbeit der Bahnhofsmissionen in Deutschland zugute. Zweiter Unterstützer ist die Deutsche Bahn Stiftung. Sie hat die Ausstellung in den fünf Bahnhöfen ermöglicht. …“

Quelle / gesamter Artikel: Unsichtbar

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10 Antworten zu “Vom Leben auf der Straße…

  1. maribey

    Mai 6, 2015 at 11:30 am

    Und ich wünschte, deine Freunde würden das besuchen…

    Gefällt 1 Person

     
  2. Leela Krustenschnee

    Mai 6, 2015 at 1:36 pm

    ein interessanter Tipp… vielleicht gelingt es mir, die Ausstellung mit meinem nächsten Mannheimbesuch zu verbinden… habe ein echtes Interesse daran…

    Gefällt 1 Person

     
  3. Anhora

    Mai 11, 2015 at 6:03 pm

    Ich kauf immer die Obdachenlosenzeitung, die auf der Straße manchmal angeboten wird. Da werden auch Geschichten erzielt über das Warum und Wieso. Ein Urteil darüber steht niemandem zu. Erstmal dasselbe Leben leben, das vor der Obdachlosigkeit, meine ich, mit allem Drum und Dran.

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      Mai 11, 2015 at 6:06 pm

      Ich hab in Hamburg immer „Hinz und Kunzt“ von Obdachlosen gekauft, ein gutes Sozial- und Kulturmagazin von der Straße. Bewusstsein entwickeln und Empathie ist wichtig, so wie das Projekt.

      Gefällt 1 Person

       
      • Anhora

        Mai 11, 2015 at 6:14 pm

        Bei uns (Süddeutschland) heißt es Street Worker. Auch das erweitert den Horizont, ist aber wahrscheinlich nicht schickimicki genug, um den Menschen ein kleines Einkommen zu bescheren. Da fliegt man lieber nach Thailand oder auf die Seychellen, um Unbekanntes zu entdecken. So ist es halt. 😉

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      • Tristan Rosenkranz

        Mai 11, 2015 at 6:18 pm

        Der Mensch lässt sich nicht verstehen…

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