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Und am Horizont das Glück…

25 Apr

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Gestern flammte dieses Thema kurz in einem innigen Gespräch mit Blick auf meine Stadt auf, zog sich ganz seiner scheuen Natur gemäß aber rasch wieder ins Verborgene zurück. Glück ist eine Frage der Sucht. Je mehr man ihm verfällt, desto weniger wird es sich zeigen. Wenn man die Einflüsse und Ansprüche reduziert, spürt man dessen Schimmern, hört man dessen warme Stimmlage. Es ist ganz egal, wohin man geht, die im Grunde wesentlichen Wahrheiten sind immer dieselben. Hinter dem, was Wirklichkeit genannt wird, den Menschen um uns herum, den materiellen Dingen, dem fortwährenden Rauschen eines hysterischen Systems, zeigt sich Verbundenheit und in ihr – weit später und erst nach Vollbringen der Meisterleistung des Loslassens – absolute Geborgenheit. Im kosmischen Sinne sind wir sicher, kann uns nichts passieren. Energie, die wir nur sind und die unweigerlich ins Ganze zurück kehren wird.

Ich glaube, Hermann Hesse war einer jener Menschen, die man als einsam bezeichnet. Aber lesen Sie mal seine Werke! Insbesondere Siddharta war für mich schon vor vielen Jahren, noch grün und unbewusst und lediglich ahnend, was hinter dem Potemkinschen Dorf existiert, der reinste universelle Fluss. Aus jeder Pore schwitzen seine Essenzen das grenzenlose Glück aus. Hinter jedem Zweifel und jeder Depression kommen diese zarten Knospen zum Vorschein, die sich zur puren Schönheit zu entfalten vermögen, wenn man seine Zwänge abstreift. Reduktion.


Zeit ist ein wesentlicher Aspekt des Glücks. Neben Meisterleistungen wie der des Loslassens und der des Überwindens des eigenen Ego´s ist es eine weitere, das richtige Zeitgefühl zu entwickeln. Nicht, äußeren Mustern gerecht zu werden, sondern den Schwingungen der eigenen Vorsehung zu folgen. Eine Herausforderung, weil es zu Interferenzen kommt, weil wir oft gar nicht wir selbst sind und zu vielen Einfüssen unterliegen. Ich komme diesen Dingen nur sehr langsam näher. Verstand und Prägung lärmen auf das Herz- und Bauchwissen ein, als gäbs kein Morgen. Aber ich komme voran.

Diesem Glück des Vorankommens spielte das letzte Jahr sehr in die Hände. Eine einschneidendere Erfahrung als die, sich an der Liebe zu verbrennen, gab es nie zuvor in meinem Leben. Mit dem Kanu auf wunderschönem Strome dem tiefen Wasserfall entgegen. Freier Flug, Sturz ins Ungewisse, tiefe Angst, und dann… Antworten. Sie tauchten tatsächlich einfach so auf, verdichteten sich wie ein Schutzring um mich herum. Begegnungen, die anhand der besprochenen Erfahrungen, empfohlenen Bücher, erlebten Impressionen und sie umgebenden Vielzahl von Zeichen aufzeigten, wie groß und gütig der eigentliche Sinn des Lebens ist.

Angenommen zu werden, wie man ist. Pflanzen als Seelen wahrnehmen zu können. Seine eigenen Grenzen als Energiegefäß klar zu erkennen. Wissen von alten, hochsensiblen Seelen zu erfahren. Seine eigenen Kraftorte zu finden, zu denen es immer wieder hinzieht und die den Lärm dieses Wahnsinns hier und jetzt herausfiltern und Besinnung ermöglichen. Dafür, und auch, wie sich alles zu einem Lebensort hin fügte, der richtiger nicht sein könnte, bin ich unendlich dankbar…
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Bildnachweis: Ökosystem Erde

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17 Antworten zu “Und am Horizont das Glück…

  1. finbarsgift

    April 25, 2015 at 3:42 pm

    Was für ein wundervoller Eintrag…

    https://finbarsgift.wordpress.com/?s=hesse

    Gefällt 1 Person

     
  2. maribey

    April 26, 2015 at 9:05 am

    Glück und Hermann Hesse, da kommt mir einer seinen schönen Texte in den Sinn, den ich gerne hier anfüge:

    Das Wort Glück. Es ist eins von den Wörtern, die ich immer geliebt und gern gehört habe. Mochte man über seine Bedeutung noch so viel streiten und räsonieren können, auf jeden Fall bedeutete es etwas Schönes, etwas Gutes und Wünschenswertes. Und dem entsprechend fand ich den Klang des Wortes.
    Ich fand, dieses Wort habe trotz seiner Kürze etwas erstaunlich Schweres und Volles, etwas, was an Gold erinnerte, und richtig war, ihm außer der Fülle und Vollwichtigkeit auch der Glanz eigen, wie der Blitz in der Wolke wohnte er der kurzen Silbe, die so schmelzend und lächelnd mit dem GL begann, im Ü so lachend ruhte und so kurz, und im CK so entschlossen und knapp endete. Es war ein Wort zum Lachen und Weinen, ein Wort voll Urzauber und Sinnlichkeit; wenn man es recht
    empfinden wollte, brauchte man nur ein spätes, flaches, müdes Nickel- oder Kupferwort neben das goldene zu stellen, etwa Gegebenheit oder Nutzbarmachung, dann war alles klar. Kein Zweifel, es kam nicht aus Wörterbüchern und Schulstuben, es war nicht erdacht, abgeleitet oder zusammengesetzt, es war Eins und rund, war vollkommen, es kam aus dem Himmel oder aus der Erde wie Sonnenlicht oder Blumenblick.
    Hermann Hesse

    Gefällt 2 Personen

     
  3. Heidrun Regina

    Juni 22, 2015 at 7:06 am

    Puh! Dein Text hat mich tief berührt………..!!!

    Hesse liebe ich auch………er fand vor ca. 20 Jahren mit Stefan Zweig zu mir, als ich meinte, dass Männer wohl nicht sprachfähig sind ( Eine Ehe, die im Schweigen erstickte…….hatte mir dieses Gefühl gegeben.)

    Das Leben hat mich seitdem eines Besseren belehrt 😉 und tut es immer wieder – wie schön!!

    Gefällt 1 Person

     
    • Tristan Rosenkranz

      Juni 22, 2015 at 7:14 am

      Dankeschön! Manchmal komme ich noch zum Schreiben, oft fehlt es mir. Dass Männer „einfach nur“ oftmals keinen Zugang zu ihren Gefühlen haben, hab ich an anderer Stelle schon mal aufgegriffen.

      Gefällt mir

       
  4. Heidrun Regina

    Juni 22, 2015 at 7:17 am

    Wo?

    Ich kann dich nur ermutigen, deine Schreibgabe in die Welt zu bringen. Das ist eine Bereicherung!!

    Gefällt 1 Person

     

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