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Sucht und Vorurteil | Die Ursache für Sucht

03 Mrz

sucht-sinn

Mit Sucht ist es wie mit vielen anderen Faktoren: was uns der Mainstream der Informationsflut vermittelt, bildet nur einen Teil der Wahrheit ab. Der Rest bleibt im Dunkeln. Weil wir Teil eines Organismus sind und die Steuerung dieses Organismus in anderen, wenigen Händen liegt. Ein erfolgreiches Machtexperiment, dessen Resultat bekannt ist: immer mehr Geld landet in gleichbleibend wenigen Taschen. Auf der anderen Seite: die Menschheit vereinzelt immer mehr, Suchtverhalten und psychische Probleme steigen seit Jahren stetig an.

Unlängst stieß ich auf einen Artikel, der auf ein Labor-Experiment mit Ratten zu sprechen kommt, das vor Jahren durchgeführt wurde und ein tiefes Verständnis ermöglicht, wie Sucht tatsächlich entsteht:

„… Der Drogensüchtige auf der Straße lässt sich mit den Ratten im ersten Käfig vergleichen: isoliert, alleine und mit nur einer Quelle des Trostes. Der Patient im Krankenhaus ist wie die Ratten im zweiten Käfig: Er geht nach Hause – zurück zu einem Leben, wo er von geliebten Menschen umgeben ist. Die Droge ist die gleiche, aber das Umfeld ist ein anderes.

Dies ermöglicht uns viel tiefergehende Erkenntnisse als das Bedürfnis, Drogensüchtige zu verstehen. Professor Peter Cohen argumentiert, dass Menschen ein tiefverwurzeltes Bedürfnis haben Beziehungen aufzubauen. So erreichen wir Zufriedenheit.

Wenn wir keine Verbindung zu anderen aufbauen können, bauen wir Beziehungen zu allem auf, das wir finden können – sei es das Wirbeln des Roulettes oder der Stich einer Nadel. Cohen findet, wir könnten aufhören von „Sucht“ zu reden und es stattdessen „Verbindung“ nennen. Eine Heroinsüchtige ist eine Verbindung mit Heroin eingegangen, weil sie keine Verbindung mit einem Menschen eingehen konnte.

Das Gegenteil von Sucht ist also nicht Nüchternheit, sondern menschliche Beziehungen und soziale Kontakte. …“

…und verhindert werden kann:

„… Vor fast fünfzehn Jahren hatte Portugal eines der schwersten Drogenprobleme in Europa – ein Prozent der Bevölkerung war heroinsüchtig. Sie hatten es mit einem Krieg gegen die Drogen versucht, doch das Problem verschlimmerte sich nur weiter.

Daher wurde beschlossen, einen radikal anderen Ansatz zu testen. Es wurde beschlossen, alle Drogen zu entkriminalisieren und die Gelder, die bisher für die Verhaftung und die Haft von Drogensüchtigen verwendet wurden, darein zu investieren, sie wieder mit ihren eigenen Gefühlen und der Gesellschaft in Kontakt zu bringen.

Der wichtigste Schritt hierbei war, ihnen eine sichere Unterkunft und subventionierte Jobs zu verschaffen – um ihrem Leben einen Sinn und ihnen einen Grund zu geben, morgens aufzustehen. Ich beobachtete, wie ihnen in warmen und freundlichen Kliniken geholfen wurde, wieder einen Zugang zu ihren Gefühlen zu bekommen, nach jahrelangen Traumata und dem Versuch, diese mit Drogen zum Schweigen zu bringen.

[…]

Die Ergebnisse dieses Versuchs sind jetzt da. Eine unabhängige Studie des britischen Journal of Criminology fand heraus, dass seit der Entkriminalisierung, die Zahl der Süchtigen und der Konsum von injizierbaren Drogen um 50 Prozent abgenommen haben. Ich wiederhole: Der Konsum von injizierbaren Drogen hat um 50 Prozent abgenommen.

Die Entkriminalisierung war so ein durchschlagender Erfolg, dass nur sehr wenige Menschen zum alten System zurückkehren wollen. …“

Die Fragen, die der Artikel allerdings nicht aufgreift, ist, weshalb gerade Niktoin- und Alkoholkonsum im hohen Maß in menschlicher Gesellschaft und selbst bei Glückszuständen konsumiert wird. Oder weshalb materiell erfolgreiche Menschen dennoch oft Rauschmittel konsumieren. Oder was der Umgang mit neuen Medien mit menschlichen Beziehungen macht. Oder wie es sich mit der Sucht nach Leben, Liebe und Zuwendung verhält. Aber wahrscheinlich führt das an dieser Stelle zu weit und wirft die Frage nach dem „Weniger“, das manchmal „mehr“ ist, auf.

Quelle / gesamter Artikel: The Huffington Post

Bildnachweis: Süddeutsche Zeitung

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